Großübung des Delmenhorster Katastrophenschutzes

"Mehrere Großschadenslagen im Landkreis Diepholz - örtliche Rettungskapazitäten reichen nicht mehr aus!" Vor diesem Hintergrund wurden am Freitagnachmittag gegen 13:40 Uhr die Katastrophenschutz-Verbände der Stadt Delmenhorst alarmiert, um die Feuerwehren und sonstigen Rettungsverbände im benachbarten Landkreis zu unterstützen.

Bereits gut eine Stunde später rückten vom vereinbarten Sammelpunkt an der Feuerwache Rudolf-Königer-Straße ein Verband mit Einheiten der FF Delmenhorst-Stadt, der FF Delmenhorst-Süd, dem Technischen Hilfswerk (THW), dem Malteser Hilfsdienst (MHD) und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) in den Landkreis Diepholz ab - insgesamt 20 Fahrzeuge mit knapp 70 Einsätzkräften. Zu diesem Zeitpunkt war den Aktiven zwischenzeitlich bewusst, dass diese groß angelegte Alarmierungsaktion der Anfang einer umfangreichen Einsatzübung des Delmenhorster Katastrophenschutzes war. Die von Delmenhorster Seite ausgearbeitete Übung hatte in erster Linie das Ziel, die Mobilisierung und Zusammenarbeit der einzelnen Katastrophenschutz-Einheiten zu überprüfen.

Eintreffen der Einheiten und Sammeln auf dem Hof der Feuerwache. Der Marschverband der Delmenhorster Katastrophenschutzeinheiten fuhr in Richtung Diepholz.

Das erste Einsatzgebiet der Delmenhorster Einheiten lag im Bereich Borwede nahe der B51 südlich von Twistringen. Hier hatten heftige Orkanböen zu schweren Schäden geführt, wobei auch ein Pkw auf einer Kreisstraße von einen umstürzenden Baum getroffen wurde. Die Einsatzkräfte befreiten mittels hydraulischen Rettungsgerätes zwei Personen aus dem Fahrzeug, die sofort rettungsdienstlich versorgt wurden. Der die Straße blockierende Baum wurde mit Hilfe von Motorkettensägen zerlegt.

Ein Baum liegt auf dem Pkw, die Insassen müssen befreit werden. Während der Rettungsdienst die Personen versorgt, zerlegt die Feuerwehr den Baum.

Kaum war dieser Einsatz abgearbeitet, rief die Freiwillige Feuerwehr Bassum den Delmenhorster Verband um Hilfe. Dortige Lage: Feuer in einem mehrstöckigen Gebäude mit mehreren vermissten bzw. verletzten Personen! Dieses Szenario wurde in dem leer stehenden Bunker des ehemaligen Warnamtes II dargestellt. Sofort nach Eintreffen unterstützten die Delmenhorster Einheiten die Bassumer Kräfte bei der Suche und Rettung der vermissten Personen in dem vierstöckigen und sehr verwinkelten Bunkergebäude und führten diese zur ersten notärztlichen Betreuung den Einheiten von DRK und MHD zu. Das THW sorgte u. a. für eine ausreichende Ausleuchtung der Einsatzstelle.

Mit einer Brandfluchthaube rettet ein Feuerwehrmann unter Atemschutz eine Person bei der Übung. Schnelleinsatzgruppen der Hilfsorganisationen haben einen Behandlungsplatz aufgebaut.

Um 19:35 Uhr konnte dieser „Einsatz“ – und damit auch die Katastrophenschutz-Übung beendet werden. Nach den Aufräumarbeiten versammelten sich die insgesamt über 100 Einsatzkräfte aus Delmenhorst und Bassum in der örtlichen Feuerwache, um die verbrauchten Energien durch die vom DRK bereitgestellte Verpflegung zu erneuern. In einer ersten „Manöverkritik“ zeigten sich die Verantwortlichen insgesamt mit dem Ergebnis der Übung zufrieden. Im Detail wird die Übung am kommenden Donnerstag im Rahmen eines Treffens aller beteiligten Führungskräfte aufgearbeitet und analysiert. Gegen 22 Uhr trat der Verband in geordneter Kolonnenfahrt den Rückmarsch nach Delmenhorst an. Schließlich galt es dort noch, die Fahrzeuge wieder aufzurüsten und einsatzbereit zu machen.