BOAR a.D. - Manfred Hübner geht in den Ruhestand

Brandoberamtsrat Manfred Hübner vor seinem KommandowagenWeißes Uniformhemd im Büro, gelbe Weste und doppelt beringter Helm im Einsatz - dies sind die optischen Erkennungszeichen von Manfred Hübner, jedoch nur noch für wenige Tage: Der langjährige Chef der Delmenhorster Feuerwehr, der am heutigen Tage seinen 60. Geburtstag begeht, tritt mit Ablauf des Monats August in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Brandamtsrat Thomas Stalinski, der von der Berufsfeuerwehr Braunschweig an die Delme wechselt und hier am 1. September dieses Jahres seine Arbeit aufnimmt.

Brandoberamtsrat Manfred Hübner begann im April 1967 seine Feuerwehr-Laufbahn, als der damals 18-Jährige in seinem Geburtsort Unterlüß am Rande der Südheide in die dortige Freiwillige Feuerwehr eintrat. Im Laufe seiner langjährigen Bundeswehr-Zeit stieg er dann im Juli 1978 in die dortige Feuerwehr-Ausbildung ein, wobei er auch an der Bundeswehr-Feuerwehrschule in Faßberg Station machte. 1981 ging er zur Berufsfeuerwehr Gütersloh und wechselte von 1987 zur Berufsfeuerwehr Menden. Am 1. Mai 1990 wurde er dann Leiter der Delmenhorster Feuerwehr.

Der dreifache Familienvater und zwischenzeitlich zweifache Großvater begleitete während seiner über 18-jährigen Delmenhorster Dienstzeit zahlreiche wichtige Projekte und Entwicklungen in der hiesigen Feuerwehr. Aufgezählt werden können hier die Gründung der Jugendfeuerwehr, die Gründung der Ortsfeuerwehr Delmenhorst-Süd und Bau des dortigen Gerätehauses, den Neubau des Geräteshauses der Ortsfeuerwehr Hasbergen und vor allem die umfangreichen Neubau- und Modernisierungsmaßnahmen der Liegenschaften der Feuerwache an der Rudolf-Königer-Straße. Hier wurde beispielsweise in 2002 der Neubau des von der FF Delmenhorst-Stadt und der Stadtjugendfeuerwehr gemeinsam genutzten Gerätehauses verwirklicht.

Neben seinen umfassenden Führungs- und Verwaltungsaufgaben als Leiter des früheren Amtes für Brandschutz bzw. des heutigen Fachdienstes 33 -Feuerwehr- stand Hübner auch in unzähligen Feuerwehreinsätzen als Einsatzleiter immer wieder vor neuen und oft schwierigen Herausforderungen - meistens in vorderster Front und immer nah am Geschehen. Als besondere Einsätze sind ihm die Hochwasserlagen 1998 und 2008 sowie die Großbrände auf dem ehemaligen Hansa-Gelände Anfang der neunziger Jahres, bei der Papierfabrik Klingele im April 1998 oder im Januar 2008 an der Steller Straße in besonderer Erinnerung. Und das man bis kurz vor dem (Un)Ruhestand noch alles geben muss, erlebte Hübner erst vor wenigen Tagen beim Brand einer Kegelbahn in der Kaufpark-Passage, den er als einen der kompliziertesten Einsätze seiner Laufbahn einordnete.

 

Brandoberamtsrat Manfred Hübner als Einsatzleiter mit gelber Weste. Manfred Hübner vergibt mit Oberbürgermeister Patrick de la Lanne Beförderungsurkunden bei einer Jahreshauptversammlung.

 

Positionsbedingt waren seine Aufgaben, unter die auch die Funktion des Stadtbrandmeisters fiel, häufig nicht immer unbedingt als einfach zu bezeichnen. So war es für ihn regelmäßig eine komplizierte Gratwanderung, die Einsatzbereitschaft der hauptberuflichen und ehrenamtlichen Feuerwehr-Einheiten durch notwendige Investitionen in Gebäude, Fahrzeuge und Ausrüstung auf der einen Seite sicherzustellen, ohne dabei aber auf der anderen Seite die schwierige Haushaltslage der Stadt über Gebühr zu belasten. In seiner Position war daher oft ein gewisser Spagat notwendig, um letztlich im Sinne von Verwaltung und Politik einvernehmliche Lösungen herbeizuführen und umzusetzen.

Für Manfred Hübner steht fest: "Die Feuerwehr Delmenhorst braucht sich nicht zu verstecken!" Daher wünscht er auch allen Einheiten, dass diese die erreichte technische und ausbildungsmäßige Einsatzbereitschaft in der jetzigen Form aufrecht erhalten können und hierfür von allen Seiten - sei es von der Verwaltung, der Politik oder der Bevölkerung - die erforderliche Unterstützung erhält. Er hofft, dass die in den vergangenen Jahren stetig gewachsene Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehr-Einheiten der Stadt weiter Bestand haben wird.

Seiner bald anbrechenden neuen Lebensphase als Pensionär sieht Manfred Hübner mit Freude, aber gelassen entgegen. Besondere Pläne habe er (noch) nicht, sondern will vielmehr die gewonnene Zeit und volle Aufmerksamkeit seiner Familie widmen, was in seinen Augen in der Vergangenheit oft zu viel kurz kam. Entspannung versucht er in der Gartenarbeit zu finden und will sich auch körperlich bestmöglichst fit halten. Dennoch sieht er sich zumindest für die erste Zeit des Ruhestands weiterhin gegenüber der Feuerwehr verpflichtet: Bei Bedarf wird er seinem Nachfolger in dessen Einarbeitungsphase gerne helfend und beratend zur Seite stehen.

Das Webteam der FF Delmenhorst-Stadt gratuliert Manfred Hübner
herzlich zum 60. Geburtstag und wünscht ihm und seiner Familie
für die weitere Zukunft vor allem Gesundheit und alles Gute.

Die gelbe Einsatzleiterweste war sein Markenzeichen: Brandoberamtsrat Manfred Hübner

 

Feuerwehrchef im weißen Diensthemd: Manfred Hübner in seinem Büro