Frauen an den BRANDherd!

Vier der Delmenhorster Feuerwehrfrauen aus der FF StadtSeit 2001 wird auch in Deutschland der Girls Day zelebriert. Ein Aktionstag, an dem sich junge Mädchen und Frauen über den Einstieg in technische Berufe informieren können. Doch Frauen in „typischen Männerberufen“ sind nicht allein an einem Tag gefordert. Bei den Freiwilligen Feuerwehren z.B. sind Frauen seit Jahren aktiv. Stefanie Radecke ist eine von ihnen. Den Weg zur Ortsfeuerwehr Stadt fand sie durch die Jugendfeuerwehr, in welche sie zuvor eintrat.

Stefanie Radecke bringt auf den Punkt, was auch die anderen Mädels meinen: „Die Feuerwehr bringt viel Abwechslung mit sich und ist bei manch einem Alarm Adrenalin pur.“ Sie muss es wissen, denn Radecke ist seit 10 Jahren aktiv und hat auch unter Atemschutz schon manch einen Einsatz bestritten. „Man lernt seine eigenen Grenzen kennen und kann auch sehen, wie weit man sich selbst traut. Dabei ist die Feuerwehr auch mein Hobby und ein Ausgleich zu Kindern und Mann – nur eben abwechslungsreicher als Sport“, so die 25jährige weiter. Melanie Kuhlmann ist da ganz ihrer Meinung: „Man braucht Mut, um das selbst machen zu können“ und „Es hat schon einen gewissen Kick“. Dennoch sieht sie die Ausbildung zur ehrenamtlichen Brandbekämpferin als positiv an. „Man lernt viel über das Element Feuer, im Team zusammen zu arbeiten und zu organisieren – und dabei ist es mehr als ‚nur’ eine Freizeitbeschäftigung“, so Kuhlmann weiter.

Frauen an den BrandherdMehr als eine Freizeitbeschäftigung, das sieht auch Sarah Hogrefe so. „Ich möchte neue Dinge lernen, die nicht unbedingt alltäglich sind, die ich aber im Alltag dennoch gebrauchen kann“, sagt sie. Die Gelegenheit dazu bietet ihr die Feuerwehrarbeit allemal, sind doch hier zahlreiche Fortbildungen möglich: Von der Grundausbildung über Sprechfunk, Atemschutz und technische Hilfe bis hin zu diversen Fach- und Führungslehrgängen reicht hier die Palette. Viele dieser Weiterbildungen stehen ihr und ihren Kameradinnen dabei noch bevor. Die jüngere Schwester von Melanie Kuhlmann, Annika, hat auch die Grundausbildung noch vor sich. Auch sie ist aber schon fester Bestandteil der Ortswehr. „Auch wenn man sich untereinander noch nicht so gut kennt, wird man in das Team mit einbezogen und anerkannt“, sagt die 17jährige. Etwas, was allen wichtig ist. Stefanie Radecke ergänzt: „Es ist toll, wenn man gleich behandelt wird wie die Männer, denn wir müssen ja auch schwer ackern.“ Und wirklich, wer an den Großbrand an der Steller Straße, das Hochwasser im Januar oder den Einsatz im Wollepark im November 2006 denkt, bei dem 19 Personen verletzt wurden, der zweifelt nicht an der Leistung der Feuerwehrmänner und –frauen. Und dennoch, auch wenn bei 90 Aktiven nicht immer ein reibungsloses Miteinander funktioniert, sind sich alle einig: Ob bei der Weihnachtsfeier, der Kohlfahrt oder im Sommer beim Grillen, Kameradschaft und Spaß sind ein immens wichtiger Faktor für die Arbeit in der Feuerwehr.

Den Schlusssatz bildet Annika Kuhlmann, als sie sagt: „Ich bereue es ganz und gar nicht in die Feuerwehr eingetreten zu sein und freue mich schon auf ersten Einsatz, den ich nach meinem bestandenen Lehrgang mit fahren darf.“ Wie schon gesagt: Frauen gehören eben nicht nur an den Herd: Bei uns gehören sie auch an den Brandherd! Und warum nicht auch Sie?

 

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