Fahrzeugübergabe - TLF 20/20 in Dienst gestellt

Die symbolische Schlüsselübergabe an Ortsbrandmeister Dieter Speckels (rechts im Bild).Am 9. Juli 2010 war es soweit: Das neue Tanklöschfahrzeug vom Typ TLF 20/20 wurde bei der Freiwilligen Feuerwehr Delmenhorst-Stadt in Dienst gestellt. Es ersetzt nun ein TLF 16/25 Baujahr 1986, welches nach 24 Jahren nun in den verdienten Ruhestand geht.

Zur Übergabe des Tanklöschfahrzeugs, welches mit allerlei Finessen die Arbeit der ehrenamtlichen Brandbekämpfer erleichtern und technisch auf ein zeitgemäßes Niveau anheben soll, hatten sich denn auch rund 100 Gäste aus Politik, Verwaltung und Feuerwehr eingefunden. Darunter waren auch Bürgermeister Sascha Voigt (UAD) und Fachbereichsleiter Peter Betten sowie Fachdienstleiter Thomas Stalinski. Sie alle betonten, dass trotz angespannter Haushaltslage die Anschaffung des inklusive Beladung über 200.000 Euro teuren TLF eine gute Investition gewesen sei, da sie eine Investition in die Sicherheit der Bürger darstelle.

Das neue Fahrzeug verfügt gegenüber seinem Vorgänger nun beispielsweise über eine leistungsfähigere Pumpe mit einer Leistung von mindestens 2000 Litern pro Minute bei einem Ausgangsdruck von 10 bar. Ein HMI (Human Machine Interface - sozusagen die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine), ähnlich einem Bordcomputer, lässt den Maschinisten sowohl in der Kabine als auch am Pumpenbedienstand die meisten Funktionen auf Knopfdruck steuern. Bei Problemen zeigt das HMI diese als Warnmeldung an, sonst steuert es die Funktionen gemäß Vorgaben des Fahrers.

Der Löschwasserbehälter ist mit 2000 Litern etwas kleiner ausgefallen als der des Vorgängers, was jedoch aufgrund verbesserter Strahlrohrtechnik und zusätzlichem Schlauchmaterials eher als nebensächlich zu bewerten ist. Dafür ist die weitere Beladung ganz im Sinne der Sicherheit ausgelegt:

 

Für die Erstversorgung von Verletzten ist so beispielsweise ein Spine-Board mit an Bord. Eine erweiterte Rettungstasche bringt das Sanitätsmaterial leichter und sicherer verpackt als die bisherigen Holz-Sanitätskästen an den Einsatzort.
Die Sicherung des Verkehrsraumes ist mit vier synchronisierbaren Euro-Blitzleuchten möglich. Das Fahrzeug an sich verfügt über eine heckseitige, reflektierende Warnmarkierung und über reflektierende Konturmarkierungen an den Seiten.
Der Sprungretter des TLF 16/25 wurde übernommen.
Für Sturmschäden ist eine Motorkettensäge, für andere Hilfeleistungen u.a. eine Säbelsäge, ein Trennschleifer und Brechwerkzeuge (z.B. ein TNT-Tool, ein Hooligan-Tool, Brechstange etc.) mit dabei.
Für das sichere Arbeiten bei Dunkelheit sorgen eine außenliegende Umfeldbeleuchtung und ein Lichtmast mit XENON-Scheinwerfern am Heck, der durch den Fahrzeugmotor betrieben werden kann.
Ein Stromerzeuger mit einer Leistung von 13 kVA versorgt alle weiteren elektrischen Geräte.
Um bei Brandeinsätzen effektiv schneller die Schläuche auszulegen, findet sich am Heck als Besonderheit noch eine Schlauchhaspel mit Hydrantenschlüsseln und Standrohr.
Viele Druckschläuche (Größen B und C) sind in Tragekörben untergebracht.
Zwei der sechs Saugschläuche liegen bereits gekuppelt auf dem Dach zur Entnahme bereit.
Auf dem Dach lagert eine Löschlanze für Brände im Moor oder bei gepressten oder geschichteten Stoffen, wie z.B. brennenden Heuballen.


Grundsätzlich weiterhin für die Besatzung einer Staffel ausgelegt, kann der Angriffstrupp nun auch angeschnallt in Fahrtrichtung sitzen, sofern er die Atemschutzgeräte in der Kabine nicht braucht. Alternativ stellen die beiden zusätzlichen Plätze die Möglichkeit dar, zusätzliches Personal mit zum Einsatz zu nehmen und mit acht (1/7) statt sechs (1/5) Einsatzkräften anzurücken.

Ganz nebenbei hat "der Neue" im Fuhrpark gleich einen Spitznamen mit auf den Weg bekommen. Durch die federführende Planung des stellvertretenden Ortsbrandmeisters Axel Sanders, wurde das Tanklöschfahrzeug ALF ("Axels Löschfahrzeug") getauft, wie Ortsbrandmeister Dieter Speckels schmunzelnd mit einem entsprechenden Kennzeichen demonstrierte.

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