Weiterbildung Suchen und Retten

Teilnehmer der Weiterbildung Simpel war die Anmeldung zur Weiterbildung, doch sollten die Aufgaben es gar nicht sein, welche die Einsatzkräfte an diesem Samstag zu meistern hatten. Neben Kräften der FF Delmenhorst-Stadt und der FF Süd hatten sich hierzu auch Teilnehmer aus dem Landkreis Wesermarsch sowie Vertreter der Hauptberuflichen Wachbereitschaft und der Feuerwehr Bremen eingefunden, um sich mit dem angebotenen Themengebiet vertraut zu machen und ihre Kenntnisse durch Zugführer Christian Tempelmann und Matthias Heeg von der Berufsfeuerwehr Oldenburg zu erweitern und auffrischen zu lassen.

Gegen 8:30 Uhr begann der erste Teil des Tages, der wie immer die Theorie beinhaltete. Den Anwesenden wurde anhand einer Präsentation erläutert, was es für Notfälle gibt und wie sie sich darstellen. Begonnen mit Suchtechniken zum Auffinden von Personen (ob zu rettende Zivilisten oder verunfallte Feuerwehrleute) über verwendete Technik und Taktik bis hin zu vorwiegend auf Feuerwehreinsatzkräfte zugeschnittenen Notfallszenarien war hier alles vertreten. So lauteten die denkbaren Szenarien dann später auch „Atemnot aufgrund Gerätedefekt“, „Notfall aufgrund rapider Brandausbreitung“ oder „Notfall aufgrund Einsturz / Absturz“ oder beschäftigten sich mit Atemschutzunfällen allgemein, statt sich mit ganz normalen Rettungsszenarien zu beschäftigen. Dabei kamen insbesondere ein Unfall in Köln im Jahre 1996, bei dem ein Feuerwehrmann aufgrund eines Zwischenfalls im Atemschutzeinsatz zu tode kam, sowie ein Feuer in Berlin-Moabit, bei dem sich zwei Feuerwehrleute schwere Verletzungen zuzogen, zur Sprache. Auch erfuhren die Anwesenden, dass die Rettung eines verunfallten Atemschutzgeräteträgers schnell 11 (eigener Versuch in einem Raum im vernebelten 1. OG unseres Gebäudes) und schon im Übungsfall bis zu 17 Minuten (Übung der Feuerwehr Bremen im rauchfreien Erdgeschoss des Flughafengebäudes) in Anspruch nehmen kann und durchaus 2 Trupps beschäftigt.

Den Teilnehmern stand hier nun also bevor, sich mit der Situation vertraut zu machen, ihre Kameraden würden durch Zwischenfälle unterschiedlichster Art in Lebensgefahr schweben, aus der sie nur durch die Versorgung mit einem neuen Atemschutzgerät und dann möglichst sorgsam (durch Care-Rettung), durch technische Rettungsmaßnahmen oder durch Crash-Rettung (also mit anderen Worten: Raus und zwar schnell! Egal wie!) befreit werden könnten. Um realistische Bedingungen zu schaffen, wurde den Einsatzkräften hierbei die Sicht vernebelt - und der Nebel war noch das angenehmere Übel, denn die Alternative mit der blauen Plastikabdeckung über der Maske (Bild 4 zeigt einmal, wie sich dem Feuerwehrmann die Sicht durch diese darstellte) ließ nicht einmal zu, sich durch annähern an einen Gegenstand klarere Sicht zu verschaffen. Die Bilder 9-12 vermitteln hierbei auch sonst einen guten Eindruck davon, was die Teilnehmer des Seminars im Laufe der Übungseinheiten zu "sehen" bekamen - und was häufig auch den Eindrücken des Alltagsgeschäfts gleich kommt.

Bereits kurz vor Mittag schlug die Theorie in Praxis um, was auch bis zum Ende der Weiterbildung am späten Nachmittag so bleiben sollte. In kleinen Teams wurde der Tausch von Lungenautomaten (also dem Teil eines Atemschutzgerätes, das dem Feuerwehrmann dosiert die Luft zuführt und der vorn an der Maske angeschraubt wird) oder das Wechseln der Luftzufuhr an der Mitteldruckleitung trainiert, was sich ohne Sicht als gar nicht so einfach erwies. Ebenso lernten die Teilnehmer die Möglichkeiten kennen, um ihre Kameraden mit einfachen Mitteln, wie Bandschlingen, Karabinerhaken und einem Rettungstuch, möglichst sicher, schonend und vor allem schnell aus der Gefahrenzone zu bringen; und das war unter voller Schutzkleidung mit bis zu 18 Kilogramm Atemschutzausrüstung pro Mann, diversen Schläuchen, Strahlrohr, Handscheinwerfer, Feuerwehraxt und mit einem Rettungspack (noch einmal rund 18kg, Bild 6) aus oben genannten Rettungsmitteln und einem zusätzlichen Preßluftatmer gar nicht so einfach, wie die schweißnasse Unterkleidung der Teilnehmer nach den praktischen Einlagen verdeutlichte.

Letztlich befanden aber alle Anwesenden die Weiterbildung für informativ und lehrreich. Zwar entdeckten und machten die Trupps bei dieser Weiterbildung auch Fehler, aber genau diese waren es, die zum Nachdenken anregten und die auch für neue Diskussionsgrundlagen sorgten - und ebenso waren sie es, die neue Ideen und Lösungsansätze brachten, welche es nun in den beteiligten Wehren weiter auszuarbeiten und umzusetzen gilt...

 

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