Kreisfeuerwehrverband Delmenhorst tagt wieder

Der Vorstand des Delmenhorster Feuerwehrverbandes 2013. Es fehlt M.v.Weyhe.Nach jahrelangem Dornröschenschlaf bewegt sich wieder etwas im Kreisfeuerwehrverband Delmenhorst. Das wurde auf der jüngsten Versammlung der Delegierten am vergangenen Donnerstag deutlich, die abends im Schulungsraum der Berufsfeuerwehr Delmenhorst stattfand. Stadtbrandmeister und Kreisverbandsvorsitzender Dieter Speckels hatte zu dieser Versammlung eingeladen, bei der sich Delegierte und Führungskräfte verschiedener Feuerwehren trafen, um dem Verein wieder neuen Schwung zu geben. Dass dies nötig sei, das untermauerte der Verbandsvorsitzende mit einer kurzen Chronik eindrucksvoll.

 

Die Geschichte des Kreisfeuerwehrverbandes Delmenhorst beginnt 1925 mit seiner Gründung. 10 Jahre später wurde er bereits wieder aufgelöst und erst nach den Wirren des zweiten Weltkrieges, im Jahr 1957, wieder reaktiviert. Was die 60er und 70er Jahre mit sich brachten, ist leider nicht überliefert, doch ab Ende der 70er Jahre gab es zumindest bis 1989 wieder einige Sitzungen des Gremiums. Die danach eingekehrte Ruhe sollte bis 2008 bestehen bleiben, als mit Feuerwehrchef Thomas Simon die Idee des Verbandes neu geboren wurde.

Webbanner der aktuellen Imagekampagne. Text: Stell Dir vor, du drückst und alle drücken sich. Keine Ausreden! Mitmachen! www.ja-zur-feuerwehr.deWie wichtig ein starker Zusammenhalt im Verband für die Feuerwehr ist, das zeigten aktuelle Beispiele aus der Praxis. So habe beispielsweise der nds. Feuerwehrverband auch maßgeblich Einfluss auf die Neugestaltung des Niedersächsischen Brandschutzgesetzes (NBrandSchG) nehmen können, das erst 2012 novelliert wurde. Auch um künftig ausreichend neue aktive Mitglieder für die Feuerwehren zu gewinnen, sei der niedersächsische Dachverband der Feuerwehren derzeit sehr aktiv mit der Kampagne "Ja zur Feuerwehr!"

 

Um die Mitgliederzahlen der Gesamtfeuerwehr Delmenhorst als Vertreter des Verbandes deutlich zu machen, führte Abschnittsbrandmeister Dieter Speckels die Mitgliedszahlen mit Stand 31. Dezember 2012 an. So zähle die Feuerwehr der Stadt Delmenhorst 318 Feuerwehrleute, die sich auf Berufsfeuerwehr, die drei Freiwilligen Feuerwehren und die Werkfeuerwehr der Armstrong-DLW-Werke verteilten. Hinzu kämen noch einmal 65 Mitglieder der Jugendfeuerwehr. Leider ist derzeit der Anteil der aktiven Frauen gering, so dass beispielsweise bei den Freiwilligen Feuerwehren nur 19, bei der Werkfeuerwehr 3 und bei der Berufsfeuerwehr gar nur eine Frau aktiv sei. Auch die Jugendfeuerwehr zähle auf 55 Jungen nur 10 Mädchen.

Der Leiter der Feuerwehr Delmenhorst, Thomas Simon, 2013Feuerwehrchef Thomas Simon verwies in seiner Ansprache dabei auf den demografischen Wandel und hohe Anforderungen bei der Feuerwehr. So seien die Mitgliederzahlen der Freiwilligen Feuerwehren in Delmenhorst noch gut, doch müssten diese sich langfristig auch darauf einstellen, Probleme mit dem Nachwuchs zu bekommen, wie sie vielerorts bereits spürbar sind. Aber auch auf finanzielle Anstrengungen, beispielsweise Mehrkosten bei der Beschaffung von Fahrzeugen gemäß der EURO 6-Norm, müssten sich Wehren und Kommunen rechtzeitig einstellen.

 

Übergabe des Tandem-Anhängers an die Jugendfeuerwehr, 2013Verschiedene Berichte zeugten von der Arbeit aus den Wehren und deren Überlegungen zur künftigen Mitgliedergewinnung und der Verbandsarbeit an sich. Freuen durfte sich dabei auch die Jugendfeuerwehr der Stadt: Der Leiter der Armstrong-DLW-Werkfeuerwehr, Bernd Lembke, durfte im Namen von Werksleiter Olaf Meik einen Tandem-Anhänger an Stadtjugendfeuerwehrwart Klaus Fischer übergeben. Der Transportanhänger mit feuerroter Plane dient den Jugendlichen und ihren Betreuern somit künftig zum Transport von Material bei der Jugendarbeit.

 

Regierungsbrandmeister Gerd Junker kam als Verantwortlichem für den Verantwortungsbereich Oldenburg 1 (West) zudem die erfreuliche Aufgabe zu, Betriebsleiter Michael Illemann von der Delmenhorster Papierwerke Klingele die Auszeichnung "Partner der Feuerwehr" zu verleihen. Das Unternehmen habe sich, da waren sich die Anwesenden einig, durch besonders entgegenkommendes Verhalten als solcher gezeigt. So hätten Mitarbeiter bei Alarm stets unproblematisch zur Feuerwehr fahren, hätten Übungen auf dem Gelände stattfinden können und 2012 sei zudem erstmals sogar eine duale Ausbildung als Elektro-Anlagenmonteur und Brandmeister-Anwärter durchgeführt worden.

Verleihung des Titels Partner der Feuerwehr 2013 an die Papierwerke Klingele in Delmenhorst.Gerd Junker freute sich, die Wiederbelebung des Kreisfeuerwehrverbandes Delmenhorst begleiten zu dürfen und verwies darauf, dass mit verschiedenen Funktionen in den Bereichen Funk, Fahrsicherheitstraining, Jugend und Presse die Delmenhorster durchaus eine starke Truppe im Vorstand des Oldenburgischen Feuerwehrverbands stellen würden. Auch Junker verwies noch einmal deutlich auf die gemeinsame Stärke: "Ein einzelner Feuerwehrmann ist machtlos, zusammen sind wir stark." Der Verband solle ein guter Motor sein, dann käme auch alles andere leicht hinterher.

 

Nicht fehlen durften einige Wahlen und Abstimmungen im Delmenhorster Verband. So wurden Roland Friesen (Berufsfeuerwehr) und Torsten Merge (Werkfeuerwehr) als Kassenprüfer und Axel Sanders als stellvertretender Kreisverbandsvorsitzender gewählt. Einstimmig wurde zudem die Umwandlung des Kreisfeuerwehrverbandes in einen eingetragenen Verein beschlossen, so dass diese voraussichtlich bei der nächsten Versammlung 2014 bereits wirksam sein könne.