Städtebereitschaft besteht Feuertaufe

Die Städtebereitschaft der kreisfreien Städte Delmenhorst, Oldenburg und Wilhelmshaven konnten in der letzten Woche ihre Einsatzbereitschaft eindrucksvoll unter Beweis stellen. Mit einer siebenstündigen Vorlaufzeit verlegte der Großverband mit Kräften aus Delmenhorst, Oldenburg und Wilhelmshaven in die südöstlich von Hannover gelegene Stadt Hildesheim.

Vorangegangen war eine Lageinformation am Donnerstag morgen, dass eine Anforderung der Feuerwehrbereitschaft mit einer Wahrscheinlichkeit zu 20% möglich sei. Gegen 19:45 Uhr wurde aus den zwanzig Prozent eine einhundertprozentige Tatsache. Der Regierungsbrandmeister Dieter Schnittjer löste den Alarm für die Feuerwehrbereitschaft nach der Anforderung über das Innenministerium und der zuständigen Polizeidirektion aus. Umgehend wurden die Stadtbrandmeister der jeweiligen kreisfreien Städte informiert.

Man einigte sich auf Bernhard Möller (Oldenburg) als Bereitschaftsführer. Walter Menßen (Wilhelmshaven) sollte die Bereitschaft in das Schadensgebiet führen. Als erste Eckpunkte war zu diesem Zeitpunkt der Einsatzraum Hildesheim, die Übernahme von Aufträgen ab Freitag 08:00 Uhr und eine ungefähre Einsatzdauer von 72 Stunden bekannt.

Umgehend wurde in Delmenhorst der diensthabende Einsatzleitdienst, der Fachdienstleiter Feuerwehr und die Ortsbrandmeister, sowie die Delmenhorster Führungskräfte der Feuerwehrbereitschaft alarmiert. Ca. 45 Minuten nach der Alarmierung trafen sie diese Führungskräfte zu einer ersten Lagebesprechung in der Führungsstelle der Feuerwehr Delmenhorst.
Zeitgleich organisierten sich auch die Kräfte in den Städten Oldenburg und Wilhelmshaven.

Während dieser Besprechung wurde u.a. die Fachaufgabe der Feuerwehrbereitschaft (Brandbekämpfung, Hilfeleistungseinsätze oder Personal- und Hochwasserhilfe), der Personalansatz und ggf. benötigtes Sondergerät besprochen.

Anschließend folgte die Information der Feuerwehrkameraden in den drei Ortsfeuerwehren. Nach dem die Fahrzeuge feststanden, wurden diese für den Einsatz vorbereitet. Das Sondermaterial (Tauchpumpen, Motorsägen, Stromerzeuger, u.ä.) auf die Fahrzeuge verlastet. Auch die Kameraden packten noch ihre persönlichen Sachen zusammen, holten sich bei den Arbeitgebern frei und verabschiedeten sich von den Familien.
Schließlich galt es noch, das ein oder andere für den Einsatz vorzubereiten und ggf. noch ein paar Augenblicke zu ruhen.

Um zwei Uhr am Freitagmorgen trafen sich die Kameraden der Feuerwehr Delmenhorst an der Feuerwache Rudolf-Königer-Str. um im Anschluss zum Sammelpunkt "Weverstraße" an der Kaserne in Delmenhorst zu fahren.
Die Kräfte aus Wilhelmshaven waren zu diesem Zeitpunkt schon nach Oldenburg gefahren (hier war der Treffpunkt die Feuerwache in der Ibo-Koch-Straße, um dann im Anschluss gemeinsam nach Delmenhorst auf die Weverstraße zu fahren.

Hier konnten die Kameraden der Feuerwehrbereitschaft schon auf die Erfahrungen aus der ersten gemeinsamen Übung aus 2016 schöpfen.

Um 03:30 Uhr setzten sich dann die 130 hochmotivierten Kameraden mit insgesamt 35 Fahrzeugen als geschlossener Verband in Bewegung um die ca. 200 km zum Einsatzort zu bewältigen. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 60- 70 Km/h dauerte der gesamte Marsch fast 4 Stunden. Eine 20 minütige Pause legte die Bereitschaft auf dem Rastplatz Allertal ein.

Im Einsatzraum Hildesheim ging die Feuerwehrbereitschaft erst einmal auf dem Gelände eines Verkehrsübungsplatzes in Bereitstellung. Der voraus gefahrene Bereitschaftsführer Bernhard Möller hatte nun genauere Informationen über den Einsatz von der Technischen Einsatzleitung Hildesheim erhalten.

Die Lage hatte sich seit der Anforderung soweit entspannt, dass ein Einsatz der Bereitschaft in Hildesheim nicht mehr notwendig war. Dies ist auch bei "normalen" Feuerwehreinsätzen nicht unüblich, da sich die Einsatzsituationen auch in die gegensätzliche Richtung entwickeln hätte können.

So wurde die Feuerwehrbereitschaft dem Landkreis Hildesheim angeboten und sollte in der Gemeinde Giesen unterstützen. Auch hier kam die Fähigkeiten der Bereitschaft nicht zum Einsatz, da die Einsatzlage sich auch hier weiter entspannte.

Schließlich bot man die Unterstützung im nahegelegenen Wolfenbüttel an, dort wurde zeitgleich der Katastrophenfall festgestellt. "Aber man wollte die Oldenburger Kräfte nicht weiter binden, deshalb hat man uns entlassen", so der Bereitschaftsführer Möller. Hier wäre ein eingreifen erst am Samstag notwendig gewesen.

So machten sich die Kameraden nach ein paar Stunden in Giesen, unverrichteter Dinge, wieder auf den Heimweg.

Gegen 14:00 Uhr trafen dann der Delmenhorster Zug an der Feuerwache Rudolf-Königer-Str. ein. Im Anschluss mussten die Fahrzeuge wieder entladen und einsatzbereit für die nächsten Einsätze in der Stadt Delmenhorst gemacht werden.

Eine weitere Alarmierung zu dieser Hochwasserlage könnte man zwar nicht ausschließen, aber angesichts des Rotationsprinzips sind die Chancen ziemlich gering, meint Möller.

 

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