Einsatzübung im Heidkruger Stellwerk

Einsatzfahrzeuge der FF Stadt am Gleis. Vom TLF 24/50 wird über den Dachwerfer ein Löschangriff vorgetragen.Dramatischer Unfall bei Rangierarbeiten im Bereich des Stellwerkes in Heidkrug! Dies war die Ausgangs- situation für die Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr Delmenhorst-Stadt, als der „Alarm“ eintraf.

Bereits auf der Anfahrt der ersten Kräfte wurde bekannt, dass in Folge des Zusammenstoßes mehrerer Güterwagons eine gefährliche Substanz ausgetreten ist und dass mehrere Personen verletzt wurde. Daraufhin wurde umgehend die Ortsfeuerwehr Delmenhorst-Süd sowie die Kreisbereitschaft des DRK des Landkreises Oldenburg zur Unterstützung angefordert.

Die Rettungsarbeiten gestalteten sich für die Einsatzkräfte äußerst schwierig. Der austretende Gefahrstoff wurde als sehr kritisch identifiziert, da dessen Dämpfe beim Einatmen zu schweren Vergiftungen führen.

Unter Berücksichtigung der Windrichtung konnten sich die Einsatzkräfte nur aus einer bestimmten Richtung der Unfallstelle nähern. Priorität hatte dabei die Rettung mehrerer verletzter Personen, die aufgrund der Giftwolken nur unter Atemschutz durchgeführt werden konnte. Gleichzeitig wurden mehrere Überdrucklüfter eingesetzt, die nach Möglichkeit die Gefahrstoffdämpfe von den Verletzten und den Rettungskräften abdrängen sollten. Mittels mehrerer Strahlrohre wurde ebenfalls versucht, die Dämpfe niederzuschlagen. Darüber hinaus mussten einige in Brand geratende Wagons mittels Schaum abgelöscht werden.

Die verletzten Personen wurden von den Feuerwehrkräften unmittelbar dem zwischenzeitlich eingetroffenen DRK übergeben, das im sicheren Bereich eine Aufnahme- und Versorgungsstation einrichtete. Problematisch erwies sich der Abtransport der verletzten Personen, da für das An- und Abfahren aller Einsatzkräfte nur eine einzige schmale Straße zur Verfügung stand. Somit kam der „Organisation des Raumes“ bei dieser Einsatzübung eine große Bedeutung bei.

Der Einsatzleiter veranlasste aufgrund der Gefahrstoffwolke umgehend eine weiträumige Absperrung des Einsatzbereiches. Unter Berücksichtigung der Windrichtung wurde über die Polizei die Warnung und teilweise erforderliche Evakuierung der Bevölkerung in den direkt angrenzenden Wohngebieten veranlasst. In Zusammenarbeit mit dem ebenfalls alarmierten Notfallmanager der Bahn AG wurde die Strecke Bremen – Delmenhorst für den Zugverkehr gesperrt.

Diese sehr umfassende Einsatzübung erforderten allen eingesetzten Einsatzkräften ein großen Maß an Anstrengung und Engagement ab. Mehrere „Schiedsrichter“ beobachten während der gesamten Übung die Arbeiten der Einsatzkräfte und das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Organisationen. Auch die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und dem Notfallmanagement der Bahn AG stand auf dem Prüfstand. Abschließend konnte aber festgestellt werden, dass für diese komplexe Gefahrensituation ein guter Einsatzerfolg erreicht wurde.

 

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