Showbrand beim Amtsgericht Delmenhorst

Die FF Delmenhorst-Stadt bot den Mitarbeitern des Amtsgerichts unter anderem eine Einsatzdemonstration.Ein ganz gewöhnlicher Arbeitstag sollte es werden im Amtsgericht und so schien es auch bis kurz vor Mittag zu sein, bis... tja... bis gegen Mittag die Delmenhorster Feuerwehr einen Teil des Gerichtsparkplatzes für sich requirierte und einen (wie auch anders möglich) roten Anhänger dort parkte.

Hintergrund dieses vorsichtigen Auftakts zu einem wahrhaft feurigen Tag war eine vorgeschriebene Brandschutzunterweisung der im Amtsgericht Beschäftigten, zu welcher man sich die Unterstützung der Feuerwehr erbeten hatte und aufgrund derer sich Zugführer Christian Tempelmann die Mühe gemacht hatte, ein Tagesprogramm zu erarbeiten, das stufenweise aufeinander aufbaute, wie auch im folgenden Bericht ausführlich beschrieben.

Teil 1 der Tagesordnung war sozusagen die Einführung in das Verhalten im Brandfall, welches den Mitarbeitern des Gerichts in Saal 2 des Hauses anhand einer Powerpoint-Präsentation erläutert wurde. Teil 2 ging dann schon mehr in die Praxis und die Bediensteten des Amtsgerichts wurden Zeuge einer Reihe von Vorführungen, die beispielsweise den Zerknall von Spraydosen unter Flammeneinwirkung (Bild 4 und 5) oder eine Fettexplosion nach Hinzugabe von Wasser darstellten (Bilder 1-3).

In Folge durften und sollten Justizvollzugsbeamte, Verwaltungsangestellte und Richter ausdrücklich selbst einmal zum Feuerlöscher greifen und einen simulierten Papierkorbbrand löschen. Möglich wurde dies durch eine gasbefeuerte Übungseinheit des Info-Mobils der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg, welches man eigens für diesen Anlass bei der FF Oldenburg-Eversten abgeholt hatte. Nach anfänglicher Skepsis gegenüber dem "Inferno" schien dabei der bzw. die ein oder andere sogar durchaus Spaß am Löschen zu finden...

Teil 3 brachte dann auf den Plan, womit die wenigsten gerechnet hatten: Zwar ohne Blaulicht und Martinshorn, jedoch schneller als manch ein Angestellter des Gerichts zu glauben schien, rückten LF 16-2, DLK 23-12 und ELW 1 der Ortsfeuerwehr Stadt mit etwas mehr als einem Dutzend Feuerwehrleuten an, um nun einmal zum Anfassen nah darzustellen, was in einem Brandfall passieren würde, wenn der eben noch eingesetzte Feuerlöscher nicht den gewünschten Löscherfolg erzielen würde. Angenommen wurde hierbei, dass sich im Sitzungssaal 2 starke Rauchentwicklung feststellen ließ. Personen, so ein Mitarbeiter des Amtsgerichts gegenüber den eintreffenden Einsatzkräften, seien nicht in Gefahr.

Damit war die Entwicklung des "Einsatzes" in vollem Gange: Die Fahrzeuge wurden möglichst günstig positioniert, die Besatzung saß von den Fahrzeugen ab und ordnete sich hinter diesen, um ihre Einsatzbefehle entgegen zu nehmen oder begann direkt sich im Rahmen ihrer Aufgabenstellung von den Fahrzeugen aus zu entwickeln. Die Drehleiter mit ihrem Wenderohr wurde bereits außen in Stellung gebracht, während über den Treppenraum mit seinen hölzernen Halbtreppen der Brandort erkundet wurde und ein Trupp unter Verwendung von Pressluftatmern mit einem C-Strahlrohr zur Brandbekämpfung vorging und draußen vor dem Gebäude ein zweiter Trupp für den Fall Stellung bezog, dass den Kameraden im Innenangriff etwas passieren würde. Die Namen und der Flaschendruck der Atemschutzgeräteträger wurden vermerkt und weitere Kräfte brachten derweil einen Überdrucklüfter in Stellung, um nach dem Schaffen einer Abluftöffnung im Brandraum und dem Ersticken der Flammen das Gebäude zügig entrauchen zu können.

Nachdem nun, teils begleitet durch weitere Erklärungen für die interessierten Mitarbeiter des Amtsgerichtes, "Feuer aus" gemeldet worden war, begannen die Einsatzkräfte sich den Aufräumarbeiten zu widmen und kamen zum vierten, speziell für sie gedachten, Teil:

Während nun ein Großteil der Angestellten des Amtsgerichts dem Feierabend fröhnen durfte, führte Udo Klose, Mitarbeiter im Amtsgericht und Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Ganderkesee, die Kameradinnen und Kameraden der FF Stadt durch den denkmalgeschützten Bau und informierte sie über mögliche Gefahren- und Einsatzschwerpunkte im Gericht, welches bis zu 30-40 Mitarbeiter in diesem Gebäude zählt und in welchem sich, je nach Auslastung, durchaus auch einmal fünfzig Personen allein auf einem Stockwerk aufhalten können - darunter unter Umständen natürlich auch gehbehinderte oder anders benachteiligte Personen.

Nach einem nun doch nicht ganz so alltäglichen Wochentag war somit gegen 17 Uhr auch für die meisten Angehörigen der Ortsfeuerwehr Stadt "Feierabend".

 

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