Aus allen Rohren: Wasser marsch!

Volles Rohr: Einige tausend Liter Wasser sprudelten aus einem Regenrückhaltebecken durch die Rohre der FF Stadt in die Natur.Schon seit der Entdeckung des Feuers dient Wasser anerkanntermaßen als herausragendes Mittel zur Brandbekämpfung. Nicht immer ist allerdings in der Nähe eines Brandes auch ausreichend Wasser als Löschmittel bzw. überhaupt eine Wasserentnahmestelle vorhanden.

Dieser Umstand stellt die Einsatzkräfte der Feuerwehr vor die Aufgabe, möglichst zügig und nachhaltig eine ausreichende Löschwasserversorgung - unter Umständen über längere Wege - sicherzustellen.

Diese Aufgabe stand im Vordergrund einer Einsatzübung der Freiwilligen Feuerwehr Delmenhorst-Stadt im Gewerbegebiet Lange Wand an der westlichen Stadtgrenze. Angenommen wurde ein Großbrand eines gut 250 Meter langen Gebäudekomplexes eines Produktionsbetriebes.

Das Szenario gab vor, dass die an der Übung beteiligten Einheiten den Auftrag hatten, von der nur über einen Feldweg zugänglichen Westseite des Gebäudes den Brand zu bekämpfen und von dort aus eine Riegelstellung aufzubauen, um so eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Während die im östlichen Bereich (in diesem Fall fiktiv) eingesetzten Einsatzkräfte der Feuerwehr auf die dortige Infrastruktur wie Hydranten und Löschwasserbehälter zurückgreifen konnten, stand den im westlichen Abschnitt positionierten Einheiten im wesentlichen nur ein etwas weiter entferntes Regenwasser-Rückhaltebecken für die Wasserversorgung zur Verfügung.

Die zur Brandbekämpfung abgestellten Kräfte mit LF 16-1, TLF 24/50 und DLK 23-12 gingen nach und nach mit B-Rohren, tragbaren Werfern, dem Monitor des TLF 24/50 und dem Wenderohr der Drehleiter gegen das angenommene Feuer vor (dass dabei, wie der aufmerksame Beobachter aus den Bildern erkennt, der Grünbereich und nicht die Halle mit Wasser „gesegnet“ wurde, sollte dem Übungsziel keinen Abbruch tun). Da bei solch einer massiven Wasserabgabe der auf den Fahrzeugen mitgeführte Vorrat an Löschmittel von rund 6.600 Litern nicht lange ausreicht, musste zügig durch das LF 16-2 und das WLF mit Abrollbehälter Schlauch vom Regenwasser-Rückhaltebecken eine ausreichende Löschwassermenge zu den mit der Brandbekämpfung beschäftigten Kräften bewegt werden, damit diese nicht plötzlich „auf dem Trockenen“ sitzen. So lautete der Auftrag an den zuständigen Zugführer: „Aufbau einer Wasserversorgung mit einer Mindestleistung von 3.000 Litern pro Minute, zack-zack!“

Das LF 16-2 und der AB-Schlauch sind für diese Aufgabe prädestiniert, verfügen sie doch in Kombination über eine leistungsstarke Fahrzeugpumpe, drei mobile Tragkraftspritzen sowie einen Vorrat an für die Wasserweiterleitung notwendigen B-Schläuchen von mehr als 2.500 Metern. Die für die Wasserversorgung abgestellten Kräfte schafften es, rechtzeitig eine grundlegende Löschwasserversorgung der brandbekämpfenden Einheiten zu gewährleisten und diese alsdann weiter sukzessive bis an die Leistungsgrenze der fördernden Pumpen auszubauen. Im Endeffekt konnten neben dem Monitor und den beiden tragbaren Wasserwerfern des TLF 24/50, dem Wenderohr der DLK 23-12 noch bis zu drei B- sowie vier C-Mehrzweckstrahlrohre in ausreichendem Maße mit Wasser gespeist werden.

Was bei Aussenstehenden als "Wasserspielerei" anmuten könnte, brachte den beteiligten Kräfte einige interessante Erkenntnisse über die allgemein bzw. explizit an diesem Einsatzort zu berücksichtigende Vorgehensweise und Taktik. Entsprechend wurden die Auffälligkeiten gleich nach Abschluss der Übung im Kreise aller Teilnehmer besprochen und mögliche Optimierungsansätze erörtert. Danach hatten dann auch die Kaulquappen im Regenwasser-Rückhaltebecken wieder ihre Ruhe.

 

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