Ehemalige Standortverwaltung als Übungsschauplatz

Gefahrgut spielte bei der Einsatzübung der Freiwilligen Feuerwehr Delmenhorst-Stadt eine Rolle: Dieser vor dem Eingang liegende Deckel eines Behälters sollte die Einsatzkräfte schon beim Betreten des Gebäudes sensibilisieren.An diesem Dienstag rückten die Aktiven der FF Stadt gemeinsam mit den Mitgliedern der FF Süd und einigen Kräften der Armstrong-DLW-Werkfeuerwehr zur ehemaligen Standortverwaltung (StOV) an die Willy-Brandt-Allee aus. Von dort war ein Feuer gemeldet worden, mehrere Personen riefen aus den Fenstern um Hilfe - und dann war da noch die Sache mit dem Gefahrgut...

Pünktlich um 19:30 Uhr ging der 'Notruf' des 'Hausmeisters' bei der Feuerwehr ein. Brennen sollte es - fiktiv nur, da es sich um eine Übung handelte, aber ausreichend um rund ein Dutzend Einsatzfahrzeuge zweier Ortsfeuerwehren und 68 Einsatzkräfte zu mobilisieren.

'Da steht das Gebäude monatelang leer und nichts passiert, und dann ist die Feuerwehr gleich mehrere Male in wenigen Wochen hier', lautete der leicht amüsierte Kommentar eines Anwohners, der das bunte Treiben mit seinem Sohn aufmerksam verfolgte. Nach einem realen Brandeinsatz war die ehemalige Standortverwaltung in den letzten Wochen beliebtes Übungsobjekt von Jugend- und Freiwilliger Feuerwehr. Diesmal hatte sich Organisator Holger Ahrens neben gut 12 Darstellern der Jugendfeuerwehr, die gellend um Hilfe schrien und in Panik den Schritt in den Drehleiterkorb verweigerten, noch eine weitere 'Gemeinheit' ausgedacht: Ein Gefahrgutlabel vor der Eingangstür wies auf gefährliche Stoffe im Gebäude hin. Eine heikle Situation für die ersten Führungskräfte, die nun zwischen dem Schutz ihres eigenen Personals und der Rettung der eingeschlossenen abwägen mussten.

Während immer weitere Einsatzkräfte, mit Pressluftatmern ausgerüstet, ins Gebäude vordrangen und nach Personen suchten, stieß ein Trupp im Keller des Gebäudes auf einige Eimer mit dem Gefahrstoff, welchen die Besatzung des Einsatzleitwagens als Kaliumpermanganat identifizieren konnte. Es handelt sich dabei um ein Kristallgebinde, welches stark brandfördernd wirkt und welches auf die Atemwege eine reizende und auf organisches Gewebe stark ätzende Wirkung hat. Der Trupp zog sich daher aus diesem Bereich zurück, während außerhalb des Gebäudes die Gefahrgutgruppe ihren Einsatz aufnahm, welche dann unter Verwendung von Chemikalienschutzanzügen die Behälter in Überfässer verpackte.

Während dessen wurden mit 4 Strahlrohren, unter dem Einsatz zweier Drehleitern, die Löschmaßnahmen eingeleitet und weitere Personen aus dem Gebäude befreit, welche von Angehörigen der beiden Ortsfeuerwehren empfangen und versorgt wurden. Das Gelände wurde weitläufig ausgeleuchtet und die Dekontamination (Reinigung/Entgiftung) der mit den Gefahrstoffen in Berührung gekommenen Trupps vorbereitet. Gegen 21:00 Uhr endete die Übung mit einer ersten Manöverkritik vor Ort. Zwar klappten viele der zu berücksichtigen Handlungsabläufe bei einem solch fiktiven Großschadensereignis gut, doch eines stand fest: Es gibt auch in Zukunft noch vieles zu verbessern...

Eingesetzte Fahrzeuge:

  • FF Delmenhorst-Stadt: TLF 16/25, LF 16-1, LF 16-2, DLK 23-12, RW 2, ELW 1, MTF, WLF mit AB-G
  • FF Delmenhorst-Süd: TLF 16/24 Tr., LF 16/12 H, ELW 1
  • WF Armstrong-DLW: DLK 23-12

 

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