„Flammen“ in der JVA Delmenhorst

Die Justizvollzugsanstalt in Delmenhorst - Schauplatz der Einsatzübung der FF Stadt vom 21.3.2006.Weder ein Ausbruchversuch war es, noch war es eine Meuterei, welche die Ursache für den Rauch und für das zahlreiche Feuerwehraufkommen am heutigen Dienstag bei der Justizvollzugsanstalt (JVA) Delmenhorst an der Außengraft war.

Der Rauch war hausgemachter Disco-Nebel und die hellroten Fahrzeuge samt blaugekleideten Personal kamen von der Freiwilligen Feuerwehr Delmenhorst-Stadt. Hintergrund: Die erste große Einsatzübung der FF DEL-Stadt in 2006, an der sich insgesamt rund 40 Aktive mit sieben Fahrzeugen beteiligten.

Also alles nur Show? Ja und nein. Einen echten Ernstfall gab es nicht. Allerdings lag der Übung ein durchaus realistisches Szenario zugrunde. Ausgangslage des „Einsatzes“ war eine Verpuffung im Keller des 1904 errichteten Gebäudes, das vielen Delmenhorstern auch als „Grafthotel“ bekannt ist. Aufgrund der starken Verqualmung und der schnell um sich greifenden Flammen müssen erste eigene Löschversuche abgebrochen werden. Die gut 30 Inhaftierten, die größtenteils als Freigänger am sogenannten offenen Vollzug teilnehmen, werden daher von den diensthabenden Beamten in den ummauerten Freizeithof der JVA in Sicherheit gebracht.

Bis zum Eintreffen der ersten Fahrzeuge der „alarmierten“ FF DEL-Stadt ergibt eine erste Zählung, dass vier Personen fehlen und sich – da andere Fluchtmöglichkeiten aus naheliegenden Gründen ausgeschlossen sind – noch im Gebäude befinden. Somit lag das Hauptaugenmerk der FF-Einsatzkräfte auf dem Suchen und Retten der vermissten Inhaftierten. Erschwert wurde diese Aufgabe dadurch, dass das Haupttreppenhaus des zweigeschossiges Gebäudes durch Flammeneinwirkung nicht mehr genutzt werden konnte. Parallel wurden Brandbekämpfungsmaßnahmen eingeleitet und die Ausleuchtung der Einsatzstelle sichergestellt.

Die auf eine Initiative des Brandschutzbeauftragten der hiesigen JVA organisierte Einsatzübung wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Personal der JVA vorbereitet und durchgeführt. Aus Sicht der JVA sollte anhand eines angenommenen Ernstfalles der für solche Fälle vorhandene Alarm- und Feuerwehrplan überprüft werden. Auch für die FF-Aktiven war der Schauplatz der gut einstündigen Übung eher unter dem Begriff „ungewöhnlich“ einzustufen. So stellten beispielsweise die bei Gebäuden dieser Nutzung üblichen baulichen Besonderheiten eine Herausforderung für die Einsatzkräfte dar. Somit konnten durch die Übung wertvolle Ortskenntnisse zu einem nicht alltäglich zugänglichen Objekt gewonnen werden.

 

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