Einsatzübung in der JVA-Außenstelle Delmenhorst

Verletztenversorgung bei der Einsatzübung der FF Delmenhorst-Stadt an der JVA-AUßenstelle 2011.Fünf Jahre nach der letzten Übung in der Delmenhorster JVA: Der Name der Schilder ist gewichen. Stand 2006 noch "Justizvollzugsanstalt Oldenburg" am Eingang des 1904 errichteten Gebäudes, prangt nun dort der Hinweis auf die Justizsvollzugsanstalt Vechta. Innen wurde einiges für den Brandschutz getan, und so soll an diesem Dienstag auch gleich überprüft werden, ob diese Maßnahmen greifen.

In den fünf Jahren hat sich auch bei der Feuerwehr einiges verändert. Einige Details sind neue Fahrzeuge, modernere Atemschutztechnik und bessere Strahlrohre. Doch eines bleibt sowohl Feuerwehr als auch JVA gemein: In beiden sind auch neue Gesichter zu finden. So bietet es sich also an, Althergebrachtes neu aufzulegen und nach ähnlichem Muster wie 2006 das Szenario für einen fiktiven Feuerwehreinsatz zu stricken:

Ausgelöst durch eine Verpuffung im Bereich des Heizungsraumes bricht in der JVA ein Kellerbrand aus. Rauch und Brandgase breiten sich durch den Treppenraum nach oben aus, so dass den ersten Einsatzkräften wenig später bereits Rauchentwicklung aus einem Dachfenster den Weg weisen wird. Bediensteten und Inhaftierten des offenen Vollzuges in Delmenhorst schneidet der Rauch auf jeden Fall den Fluchtweg durch den Treppenraum ab, so dass eine andere Treppe als Rettungsweg in den Innenhof dienen muss. Dort ergibt eine Zählung, dass drei Personen fehlen.

19:38 Uhr, Übungsbeginn: Die JVA informiert die Feuerwehr über einen Brand. Bereits wenige Minuten nach der Alarmierung sind die ersten Einsatzkräfte vor Ort. Umgehend wird mit der Suche nach den Vermissten begonnen, die sich noch im Gebäude befinden müssen. Schwierig gestaltet sich die Zufahrt zum Gebäude, da die Feuerwehrfahrzeuge über den beengten Parkplatz vor der JVA anrücken müssen. Die Drehleiter bleibt daher diesmal draußen: Für Übungszwecke will man keine Schäden an geparkten Pkw riskieren.

Im Keller finden Atemschutztrupps wenig später die Vermissten, die zu einer Verletztenablage gebracht und dort gesichtet und betreut werden. Die Daten werden später zum Einsatzleitwagen gebracht, der Übersichten erstellt und den Funkverkehr dokumentiert. So wird um 20:02 Uhr die Meldung abgesetzt, dass auch die dritte Person aufgefunden und gerettet worden ist. Um 20:16 Uhr ist das Feuer an der Heizungsanlage gelöscht. 1 C-Hohlstrahlrohr reicht zum Ablöschen, nachdem der Brandherd im dichten Diskonebel gefunden worden ist. Zwei weitere Strahlrohre werden zur Eigensicherung von Suchtrupps mitgenommen. Die Wasserversorgung wird hierbei aus den nahen Graftanlagen sichergestellt.

Insgesamt kommen bei dieser Übung 46 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Delmenhorst-Stadt zum Einsatz. 8 Fahrzeuge (Drehleiter, Rüstwagen, Einsatzleitwagen und Mannschaftstransportfahrzeug sowie zwei Löschgruppen- und zwei Tanklöschfahrzeuge) rücken aus. Gewonnen haben auch diesmal wieder beide Seiten: Zum Beispiel wichtige Erkenntnisse, wie Eindrücke vom Objekt, und natürlich auch ein Bild der Vorgehensweise des jeweils Anderen bei Feuer. Eine gute Grundlage für eine effektive Zusammenarbeit im realen Brandfall.

 

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