Menschenrettung in der Fußgängerzone

Atemschutzgeräteträger hatten alle Hände voll zu tun bei der Einsatzübung mit der Johanniter-Jugend im August 2011.Dienstagabend in der Langen Straße: Kurz nach halb Acht rollen mehrere Feuerwehrfahrzeuge an, nehmen Aufstellung. Atemschutztrupps rüsten sich aus und kommen mit rußgeschwärzten Kindern wieder aus einem Gebäude. Eine Übung, die Such- und Rettungstechniken unter Atemschutz trainieren soll. Und die Kinder? Realistisch geschminkte Mitglieder der Johanniter-Jugend Delmenhorst.

Regelmäßig üben die Mitglieder der FF Delmenhorst-Stadt den Ernstfall. Wasserversorgung, Brandbekämpfung - bis hin zum Gefahrgutunfall. Das Alltagsgeschäft. Oft nicht einmal besonders spektakulär für den Feuerwehrmann oder die Feuerwehrfrau. Anders sind da die Einsatzübungen, die mehrmals im Jahr einen recht realistischen Eindruck vom Einsatzgeschehen vermitteln, wie er eben nicht allzu oft vorkommt. Hier kommen dann die schwereren Fälle zum Tragen, um im Ernstfall gerüstet zu sein.

Die Übung vom 9. August war nun nicht ganz so groß, bot aber reichlich Arbeit für die etwa 30 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Delmenhorst-Stadt, die mit 5 Fahrzeugen in die Lange Straße ausrückten. Die angenommene Lage: Verpuffung in einem Wohn- und Geschäftshaus. Das Feuer daraufhin war zum großen Teil selbst erloschen, die Rauchentwicklung (simuliert durch so genannte Blind-Mask-Sichtschutzhauben) behinderte die Such- und Rettungsarbeiten jedoch stark. Und dabei wurden noch immer rund acht Personen vermisst.

Mehrere Trupps unter Atemschutz drangen daraufhin in das Gebäude ein, um die Vermissten zu suchen. Dabei hatten sie, gerade mit den Sichtschutzhauben, einiges zu leisten. Wie durch Milchglas, kann der Geräteträger nur erahnen, was vor ihm liegt. Und jedes Tischbein stellt eine Herausforderung dar: Links dran vorbei oder rechtsherum? Schließlich bleibt nicht viel Zeit für die Entscheidung. Und schließlich ist die Ausrüstung schwer. Etwa 13 Kilo und mehr wiegt allein ein Atemschutzgerät. Da macht es auch eine zusätzlich zu tragende Person nicht leichter.

Binnen 40 Minuten waren dennoch alle gestellten Aufgaben erledigt. Die Löschwasserversorgung stand, die Vermissten waren gefunden und aus dem Gebäude gerettet worden, eine Betreuung war sichergestellt und auch die Personen am Fenster waren mit dem Drehleiterkorb sicher zu Boden gebracht worden. Spaßfaktor für die Darsteller zusätzlich garantiert, denn: Wann wird man schon einmal von der Feuerwehr gerettet, obwohl es gar nicht wirklich brennt...?

 

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