Gasexplosion bei Johanniter-Ausbildungsdienst

Atemschutzgeräteträger retten eine Verletzte bei der Einsatzübung mit der Johanniter-Jugend Delmenhorst, 2011.Am gestrigen Samstag übte die Freiwillige Feuerwehr Delmenhorst-Stadt gemeinsam mit der Johanniter-Jugend im Logistikzentrum an der Nordenhamer Straße. Die dort angenommene Lage stellte die Aktiven vor eine enorme Herausforderung: 12 realistisch geschminkte Verletztendarsteller liefen unter Schock stehend durcheinander, bluteten oder mussten aus der Halle gerettet werden. Und ein Atemschutztrupp rettete zugleich noch eine Übungspuppe der Johanniter. Dabei wäre diese nicht einmal mit eingeplant gewesen...

Die ursprünglich angenommene Lage war folgende: Die Johanniter-Jugend hatte in der Halle des Logistikzentrums zu einer Ausbildungsveranstaltung eingeladen. Aufgrund der vorherrschenden Temperaturen wurde es aber schnell zu kalt dort, so dass sich zwei Elternteile auf den Weg machten, nach der Gastherme zu sehen. Bei dem Versuch, sie wieder in Betrieb zu nehmen, ereignete sich in dem -auf der Gebäuderückseite gelegenen und von außen zugänglichen- Raum eine Explosion. Trümmer wurden umhergeschleudert und verletzten die Teilnehmer der Johanniter-Veranstaltung, vereinzelt brachen Brände aus und Rauch drang in die Halle, deren Tor sich durch versagende Elektrik nun auch nicht mehr öffnen ließ.

Die anrückenden Brandbekämpfer mussten nun erst einmal die Situation erfassen, was sich aufgrund der geschockten und verletzten Darsteller gar nicht als so einfach erwies. Nicht eingeweiht waren die Aktiven zum Beispiel über die Anzahl der Verletzten, so dass die 21 Einsatzkräfte der Feuerwehr sich der Situation ausgesetzt sahen, am Rande der Belastung zu arbeiten, wo sonst schnell Unterstützung herbeigeeilt wäre.

Die Besatzung des Tanklöschfahrzeugs begann vorrangig damit, unter Atemschutz und mit den ersten Strahlrohren, zur Rettung der Vermissten in die Halle vorzugehen. Unterstützt wurde sie dabei von der Besatzung eines Löschgruppenfahrzeugs. Die Drehleiterbesatzung begann, nachdem zuvor einige unter Schock stehende Personen eingefangen werden mussten, mit der Brandbekämpfung im Dachbereich der Halle, wo vereinzelte Brände lodern sollten.

Die Wasserversorgung wurde bei dieser Übung durch Kräfte des Löschgruppenfahrzeugs und des Wechselladerfahrzeugs mit Abrollbehälter Schlauch sichergestellt, während parallel Brandbekämpfung und Menschenrettung weiter liefen. Eine Stunde dauerte es, bis das Übungsende verkündet werden konnte. Die Bilanz war dann, trotz vieler Aufgaben und wenig Personal, doch gut: Kleine Fehler, aber ein gutes Gesamtergebnis, wie auch der als Beobachter anwesende Ortsbrandmeister Dieter Speckels attestierte.


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