FF Stadt übt intensiv den Einsatz bei Gefahrgutunfällen

Einsatzkräfte der FF Delmenhorst-Stadt helfen ihren Kameraden beim Einsteigen in einen Chemikalienschutzanzug.Gefahrguteinsätze übten die vier Halbzüge der FF Delmenhorst-Stadt in den vergangenen Wochen recht ausgiebig. Mehrere Übungen unter Einsatzbedingungen ließen dabei das reine "Handgriffe kloppen" vergessen und regten dazu an, sich intensiv mit den simulierten Einsatzsituationen auseinanderzusetzen. Kernstück der Übungen war zwar diesmal immer ein Anhänger mit einem mehrere tausend Liter fassenden Tank, doch schon die Annahme eines anderen Stoffes ließ das an sich gleiche Szenario ganz anders aussehen.

 

Identisch war allen Übungen folgendes: Etwa 20-25 Einsatzkräfte rückten mit Tanklöschfahrzeug, Rüstwagen, Löschgruppenfahrzeug und Gerätewagen Umweltschutz an. Je nach Einteilung stellte ein Löschfahrzeug den Brandschutz und unterstützte die Gruppe, die den Großteil des Gefahrguteinsatzes unter Chemikalienschutzanzügen (CSA) abzuarbeiten hatte. Der Rüstwagen stellte die Energieversorgung sicher und leuchtete die Einsatzstelle aus. Vom Gerätewagen Umweltschutz wurde das benötigte Spezialgerät gestellt, um der Lage Herr zu werden.

 

Allen vorangegangen war die Einweisung der Aktiven auf die verschiedenen Mittel und Geräte, die zum ABC- oder auch Gefahrguteinsatz zur Verfügung stehen. Doch Theorie folgt Praxis - und das ist auch gut so. So wurden die Einsatzkräfte in den nachstehenden Szenarien gefordert, das erlernte Wissen nun praktisch anzuwenden. Der Erfolg gab der Ausbildung recht - aber Übung macht den Meister. Und so wird das Thema auch weiterhin fester Bestandteil der Übungsabende bleiben. Allerdings nicht immer gleich aufgebaut. Langweilig wird es also garantiert nicht dabei...

 

1. Übungslage: Ätzender, nicht brennbarer Stoff

  • Die Schadenstelle der Übungseinheit: Ein defektes Ventil an einem Tankanhänger.
  • Die Einsatzkräfte treffen am Schadensort auf dem Hof ein - damit die Lage nicht sofort klar ist, waren sie zuvor außerhalb der Wache in Wartestellung.
  • Neben der Absperrung des Gefahrenbereichs wird der Brandschutz sichergestellt.
  • Am Gerätewagen Umweltschutz rüsten sich die Trupps mit Chemikalienschutzanzügen (CSA) aus.
  • Die Einsatzstelle wird ausgeleuchtet, die Dekon-Strecke aufgebaut.
  • Der Angriffstrupp bei der Erkundung. Die Edelstahl-Mulden werden nicht viel auffangen.
  • Herangeführte Keile und Pfropfen sollen das Leck schließen.
  • Spritzige Angelegenheit: Mit dem Gummihammer wird ein Weichholzpfropfen eingeschlagen.
  • Währenddessen ist die Dekon-Strecke zur Reinigung der Einsatzkräfte fertig aufgebaut. Ein zweiter CSA-Trupp steht bereit.
  • Der 2. Trupp bringt weiteres Gerät zur Schadenstelle am Tankwagen.
  • Hier legt der 1. Trupp eine Metallmanschette an. Der Pfropfen hat zwar die auslaufende Menge verringert, doch nicht gestoppt.
  • Das auslaufende Medium (harmloses Wasser, allerdings wurde ein Gefahrstoff angenommen) gelangt so bald in den Kanaleinlauf.
  • Der 2. Trupp bringt daher ein Gullydichtkissen zum Einsatz, um den Regenwasserkanal zu schließen.
  • Etwa zeitgleich wird der Holzpfropfen wieder herausgezogen und eine Universal-Kupplung angesetzt.
  • Diesmal bringt der Einsatz einen besseren Erfolg...
  • ...wenige Umdrehungen später ist das Leck verschlossen, nichts läuft mehr aus.

 

2. Übungslage: Chemische Reaktion aus Salz- und Salpetersäure, Behälter erhitzt sich

  • Eintreffen der Einsatzkräfte an Einsatzort. Es folgt die erste Lagebeurteilung.
  • Aufstellung der Fahrzeuge und Einsatzbefehle, hier an die Gruppe des LF 2.
  • Parallel wird abgesperrt, die Kühlung des Tanks vorbereitet und Schutzkleidung bereitgelegt.
  • Mit einem B-Strahlrohr wird als Erstmaßnahme der erhitzte Tankwagen gekühlt.
  • Derweil rüstet sich ein erster Trupp mit Chemikalienschutzanzügen (CSA) aus.
  • Vor dem Einsatz erfolgt die Dokumentation des Flaschenfülldrucks für die Atemschutzüberwachung.
  • Mit einem Wasserringmonitor wird die Kühlung des Tanks unterstützt. Später reicht allein dieser Werfer.
  • Der Tank wird mit Wasser berieselt und der vermeintlich erhitzte Stoff damit gekühlt.
  • Der Angriffstrupp erreicht den Tank. Übergangsweise wird der auslaufende Stoff in Behältern aufgefangen.
  • Die Universal-Tankwagenkupplung wird angebracht.
  • Mit dem Aufsetzen und Festziehen wird ein Einsatzerfolg sichtbar.
  • Fast fertig: Nur noch wenig Flüssigkeit läuft aus, da der Tank nicht komplett abgedichtet werden kann.
  • Ein weiterer Trupp hat bereits Material zum Umpumpen des Stoffs bereitgestellt.
  • Die Pumpenstrecke wird aufgebaut. Am Tank schöpft ein Kamerad nachlaufende Flüssigkeit in einen anderen Behälter um.
  • Unter dem kühlenden Wasserschleier wird die Pumpenstrecke fertiggestellt.
  • Nach Übungsende: Endlich raus aus dem Anzug!

 

3. Übungslage: Brandgefährlicher, gesundheitsschädlicher Stoff

  • Information über die Trageeigenschaften der Chemikalienschutzanzüge.
  • Ausgangslage der Übung.
  • Eintreffen der Fahrzeuge und Fahrzeugaufstellung.
  • Absperrung des Gefahrenbereichs von 50 Metern um die Schadenstelle.
  • Wichtige Einsatzhinweise werden durch Warnschilder dargestellt.
  • Anlegen der Atemschutzgeräte in der Fahrzeughalle, die als Umkleide diente.
  • Trupps rüsten sich mit Chemikalienschutzanzügen (CSA) aus.
  • Ein Trupp unter CSA geht zur Erkundung vor.
  • Benötigtes Gerät wird zur Einsatzstelle getragen.
  • Mit einem Holzkeil wird versucht, das Leck zu schließen: Vergeblich.
  • Die Universal-Tankwagenkupplung wird angebracht.
  • Durch das Ventil kann die Flüssigkeit gezielt abgelassen werden. Das Ventil wird geschlossen.
  • Ein weiterer Trupp in Chemikalienschutzanzügen soll die weiteren Arbeiten unterstützen.
  • Trupps an der Schadenstelle.
  • Nachdem ein Trupp sich nicht mehr meldet, wird ein Sicherheitstrupp losgeschickt.
  • Der Angriffstrupp wird vom Sicherheitstrupp zur Dekontamination geleitet. Alles in Ordnung!