Dekon-Modell für große Menschenmengen

Delmenhorster Feuerwehrleute bei der Massendekon nach Hamburger ModellWas tun, wenn viele Menschen durch einen Gefahrstoff verschmutzt worden sind? Dieser Frage nahmen sich bereits andere Feuerwehren an. Unter ihnen: Die Feuerwehr Hamburg. Teile der Freiwilligen Feuerwehr Delmenhorst-Stadt bauten nun selbst die Dekonstelle nach Hamburger Modell auf - und setzten noch einmal nach.

 

Die Hamburger Massendekon, eine Strahlrohrdusche für große Menschenmengen, lässt sich simpel von beinahe jeder Feuerwehr errichten. Voraussetzung: Vier Strahlrohre plus Feuerwehrleinen, eine vierteilige Steckleiter, zwei Verteiler und zwei Fahrzeuge mit begehbarem Dach. Das ist schon alles, was es zum Aufbau braucht. Mit der Standardbeladung nur eines Löschgruppenfahrzeugs kann diese Dekon-Stelle bereits aufgebaut werden. Der Vorteil dabei: Mittels dieser Großraumdusche, deren Durchfluss je nach Strahlrohrtyp und Einstellung zwischen 400 und über 1000 Litern pro Minute liegen kann, wird ein Gefahrstoff vom Menschen beim Durchschreiten abgewaschen. Starke Verschmutzungen werden zumindest immens verdünnt und richten somit fortan weniger Schaden an.

 

Der Aufbau ist schnell gemacht. Je zwei Leiterteile werden als Brücke über die Fahrzeugdächer gelegt und dort gesichert. Von einer Wasserentnahmestelle, wie einem Hydranten, wird die Wasserversorgung aufgebaut. Ein Verteiler liegt (der Wasserentnahme zugeneigt) außen neben dem 1. Fahrzeug, der 2. wird außen neben dem 2. Fahrzeug gelegt, wobei die Schlauchverbindung über die Leiter geführt wird, um Stolperfallen zu vermeiden. Von beiden Verteilern aus werden nun jeweils 2 C-Rohre, bestenfalls Hohlstrahlrohre, in die Leiter eingebunden, damit diese nicht wegrutschen können. Die Hohlstrahlrohre werden auf einen entsprechenden Sprühwinkel eingestellt und der Wasserdurchfluss entsprechend geregelt. In Hamburg wird dabei ein Löschfahrzeug mit Pumpe als Verstärker eingesetzt. Die Delmenhorster testeten die Dekon-Dusche ohne Verstärkerpumpe und kamen zu dem Ergebnis, dass bei gutem Hydrantendruck kein höherer Druck nötig ist.

 

Klarer Vorteil: Die Dusche selbst funktioniert ohne zusätzliche Pumpe nach ihrem Aufbau ganz ohne Bedienpersonal und ermöglicht dennoch, nach Gefahrstoffunfällen viele Menschen in kurzer Zeit zu dekontaminieren. Das freie Personal kann sich so beispielsweise um die Versorgung Verletzter oder eine gründlichere Reinigung besonders stark verschmutzter Personen kümmern.

 

  • Die Schläche werden über das Fahrzeugdach geführt.
  • Die C-Hohlstrahlrohre werden ordentlich in die Leiterteile eingebunden und gesichert.
  • Durch die Verwendung von zwei Leiterbrücken wird ein breiter Sprühwinkel erreicht, der Personen beim Durchschreiten der Dusche von vorn und hinten gleichermaßen erreicht.
  • Wie stark die Versprühung der vier Strahlrohre ist, kann man hier gut sehen.
  • Die Durchflussmenge ist von den verwendeten Strahlrohren und der Einstellung abhängig. Hier werden etwa 940 Liter pro Minute versprüht.
  • Das Schema zeigt den simplen Aufbau, hier ohne Verstärkerpumpe. Der gelenkte Personenstrom durchläft die Dekonstelle von rot nach grün und wird dabei gereinigt.