Rauchmelder

Rauchmelder retten Leben!Mehrere hundert Menschen sterben jährlich an den Folgen eines Brandes. Zahlen, die sich mit wenig Geld durch Rauchmelder deutlich verringern ließen. Dennoch tun sich auch heute noch Viele damit schwer, die kleinen Lebensretter in den eigenen vier Wänden zu installieren. Niedersachsen hat nun im März 2012 als zehntes Bundesland eine Rauchmelderpflicht beschlossen. Die Änderung der niedersächsischen Landesbauordnung sieht vor, dass Wohnungen in Neubauten nun in allen Schlaf- und Kinderzimmern sowie Fluren, die als Rettungsweg aus Wohnräumen dienen, mit Rauchmeldern auszustatten sind. Für bereits bestehende Wohneinheiten soll zur Nachrüstung eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2015 gelten. Allerdings sollte es Dir die Sicherheit Deiner Lieben schon vorher wert sein, Rauchmelder in Deiner Wohnung zu installieren.

 

Warum Rauchmelder?

95% der Brandopfer sterben an den Folgen einer Rauchvergiftung durch die geruchlosen Gase Kohlenmonoxid und Kohlendioxid – nur wenige Lungenfüllungen sind tödlich. 70% der Brandopfer sterben nachts in den eigenen vier Wänden. Während tagsüber ein Feuer schnell entdeckt und bekämpft werden kann, ruht nachts auch der Geruchssinn. Aus dem nächtlichem Ruheschlaf wird dann ein ewiger Schlaf. Rauchmelder warnen Dich rechtzeitig vor der Gefahr, noch bevor sich die tödlichen Rauchgaskonzentrationen gebildet haben. Der laute Alarm des Rauchmelders warnt auch im Schlaf rechtzeitig vor der Brandgefahr und verschafft Dir den nötigen Vorsprung, um Dich und Deine Familie in Sicherheit bringen zu können.

 

Irren ist tödlich!

Falsch!

„Wenn es brennt, habe ich mehr als 10 Minuten Zeit, die Wohnung zu verlassen“

Stimmt nicht! Dir bleiben gerade einmal vier Minuten zur Flucht. Und eine Rauchvergiftung kann sogar schon nach zwei Minuten tödlich sein.
Falsch!

„Nachbarn und Haustier sind zuverlässig, die werden mich schon rechtzeitig warnen.“

Das bedeutet, Dein Nachbar muss schneller als Du (wie gesagt: innerhalb von zwei Minuten) den Brand bemerken. Und wenn das Haustier im Nebenzimmer ist? Optimisten sind ja fröhliche Menschen...
Falsch!

„Wer aufpasst, ist vor Brandgefahr sicher.“

Trotz aller Vorsicht stehen viele Dinge außerhalb Deines Einflussbereiches. Elektrische Defekte sind häufige Brandursachen. Und für Brandstifter oder Brände in der Nachbarwohnung kannst Du auch nicht unbedingt Deine „Hand ins Feuer“ legen.
Falsch!

„Steinhäuser brennen nicht.“

Ist ja auch gar nicht nötig. Aber denk einmal an all die schönen Gardinen, Vorhänge, Teppichböden, Polster und die vielen anderen gut brennbaren Materialien - besonders die aus Kunststoff. Der Brandrauch dieses Inventars ist gut geeignet, eine Rauchvergiftung tödlich verlaufen zu lassen.
Falsch!

„Rauchmelder sind zu teuer.“

Überleg 'mal, wofür Du beispielsweise in der Freizeit so Dein Geld ausgibst. Und dann überprüfe bitte einmal die Preise gängiger Rauchmelder. Du wirst Dich dann wahrscheinlich schämen, das eigene Freizeitvergnügen der eigenen Sicherheit vorgezogen zu haben. Rauchmelder sind die besten Mittel zum vorbeugenden Brandschutz bei Dir zu Hause. Eine Investition fürs Leben! Und zwar im wahrsten Sinne dieses Wortes. Was ist Dir Dein eigenes und das Leben Deiner Lieben also wert?

 

Wie funktioniert ein Rauchmelder?

Die Sensoren eines Rauchmelders arbeiten nach dem optischen Prinzip. Im Inneren des Rauchmelders befindet sich eine Fotolinse. Regelmäßig werden Lichtstrahlen ausgesendet, die im Normalfall allerdings nicht auf diese Linse treffen. Wenn Rauch in den Rauchmelder eintritt, werden durch diesen die Lichtstrahlen in die Fotolinse abgelenkt. Der Rauchmelder löst dann einen lauten Alarmton aus und warnt so vor der tödlichen Erstickungsgefahr. Leichter Rauch (z.B. von Zigaretten) macht guten Rauchmeldern nichts aus, so dass Fehlalarme vermieden werden.

 

Die richtige Menge:

Richtig!

Als Faustregel gilt:

1 Rauchmelder pro Etage plus einem pro Schlafzimmer!

 

Rauchmelder in einer Dreizimmerwohnung

Rauchmelder in einer 3-Zimmer-Wohnung: Mindestens ein Rauchmelder sollte an der zentralsten Stelle der Wohnung (häufig der Flur) sowie je ein weiterrer in den Schlafräumen (Elternschlafzimmer, Kinderzimmer) angebracht werden. Durch das Anbringen eines Rauchmelders im Wohnzimmer lässt sich der Schutz optimieren. Auf Rauchmelder in Bad und Küche sollte wegen der dort eher üblichen Wasserdämpfe verzichtet werden.

 

Rauchmelder in einem Wohnhaus: Auf jedem Stockwerk sollte ein Rauchmelder an einer möglichst zentralen Stelle (normalerweise dem Flur) angebracht werden. Dabei sollte auch ein vorhandener Keller und/oder Dachboden berücksichtigt werden. Dazu sollte auch in den Schlaf- und Kinderzimmern je ein Rauchmelder montiert werden. Gerade wenn auch im Wohnzimmer geraucht wird oder sich dort ein offener Kamin befindet, sollte man auch hier einen Rauchmelder anbringen. Auf Rauchmelder in Bad und Küche sollte wegen der dort eher üblichen Wasserdämpfe verzichtet werden.

 

Montage-Tipps

  • Das Montagematerial wie Schrauben und Dübel liegt den Geräten meist bei.
  • Befestige Rauchmelder immer an der Zimmerdecke, da der Rauch nach oben steigt.
  • Wähle als Standort die Raummitte bzw. bleibe mindestens 50cm von Wänden entfernt.
  • Vermeide Standorte in der Nähe von Luftschächten oder starker Zugluft.
  • In Räumen, in denen normalerweise starker Dampf, Staub oder Rauch entsteht, sollten keine Rauchmelder installiert werden (Bad, Hobby-Werkstatt, ggf. auch Küche).
  • Für hörgeschädigte Menschen gibt es besondere Rauchmelder-Lösungen, die starke optische Signale aussenden und Vibrationsmelder für die Hosentasche auslösen können. Informiere Dich am Besten vor dem Kauf im Fachhandel, wenn Du einen solchen Melder benötigst.

 

Kauf-Tipps

Q für QualitätIm guten Fachhandel, bei Sicherheitsunternehmen oder Brandschutzfirmen erhältst Du nicht nur Qualitätsprodukte, sondern auch kompetente Beratung. Informiere Dich am Besten aber schon vorher über die verschiedenen Arten und Hersteller von Rauchmeldern. Neben TÜV- und GS-Prüfzeichen wurde 2011 zudem ein neues (freiwilliges) Prüfsiegel eingeführt. Das "Q" steht dabei für Qualitätsrauchmelder, die dann zusätzliche Anforderungen der vfdb-Richtlinie 14-01 erfüllen müssen:

1) Geprüfte Langlebigkeit durch
    • erhöhte Fertigungsstandards
    • erhöhten Korrosionsschutz
    • erweiterten Schutz gegen das Eindringen von Fremdkörpern in die Messkammer
    • höherer Widerstand gegen Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankungen

2) Erhöhte Stabilität (Festigkeit)
    • gegen mechanische Einwirkungen

3) Reduktion von Fehlalarmen durch
    • erweiterten Schutz gegen das Eindringen von Fremdkörpern in die Messkammer
    • verbesserten Schutz gegen Luftfeuchtigkeit
    • maximale elektromagnetische Verträglichkeit

4) Fest eingebaute 10-Jahresbatterie
    • dadurch dauerhaft gesicherter Betrieb und geringerer Pflegeaufwand