Häufige Brandursachen

Wohnungsbrände kommen immer wieder vor - einige lassen sich vermeiden. Zumindest die Folgen lassen sich aber abschwächen.Wer sich entschlossen hat, diesen Text zu lesen, gehört sicherlich nicht zu den Menschen, die voller Überzeugung behaupten: „Ich pass ja auf und bin daher vor Bränden sicher.“ Leider haben sich viele Menschen solche Lebensweisheiten zurecht gelegt, um ihre eigene Bequemlichkeit zu kaschieren. Denn gerade der „Schwachpunkt Mensch“ ist der Hauptverursacher von Bränden.

Auch wenn man noch so gut aufpasst: Viele Brandursachen geben einem wenig Chancen, sie vorab zu verhindern. Beispielsweise Brände durch elektrische Defekte, Brandstiftungen (fahrlässig oder vorsätzlich) durch Dritte oder den Brand in der Nachbarwohnung. Wir haben einige häufige Brandursachen zusammengestellt.

 

Brände durch Fahrlässigkeit

  • Offenes Feuer oder FlammenOffenes Feuer, z.B. bei brennenden Kerzen, hat schon manchen Brand ausgelöst.
    z.B. brennende Kerzen, glimmende Kohle oder Tabakreste, offene und geschlossene Kaminöfen. Offenes Feuer oder Kerzen solltest Du niemals unbeaufsichtigt brennen lassen. Auch auf den Erkundungs- und Spieltrieb von Kindern solltest Du achten, denn auch der besteht auch schon im Krabbelalter und der „Ich-zieh-alles-vom-Tisch-wo-ich-rankomm-Phase“. Gerade zur kerzenintensiven Weihnachtszeit ist besondere Vorsicht geboten.

 

  • Heiße Oberflächen
    z.B. Kochplatten, Bügeleisen oder Halogenstrahler und Glühbirnen. Schnell kann etwas versehentlich auf der heißen Kochplatte abgestellt werden, das sich dann kurze Zeit später entzündet. Wir selbst können von brennenden Zeitungen, Holzbrettchen oder zerknallenden Deo-Spraydosen berichten, die uns manchen Einsatz beschert haben. Der Klassiker: Vergessenes Essen auf dem Herd. Gerade bei brennendem Fett nicht mit Wasser löschen - die nicht selten folgende Fettexplosion führt zu schwersten Verbrennungen. Beim Kaminofen sollten Rauchabzugsrohre ausreichend Abstand zu brennbarem Material haben und fachmännisch verbaut sein. Und nicht zuletzt sollte das Auto nicht auf trockenen Grasflächen abgestellt werden, da auch der heiße Katalysator als Zündquelle dienen kann.

 

  • Zigaretten - als Brandursache in ihrer Klasse sind sie außer KonkurrenzZigaretten, Zigarren und Co.
    Sie tragen auf verschiedenste Weise häufig zu Bränden bei. Bitte die Zigaretten nie - auch nicht außerhalb des Hauses - achtlos wegwerfen oder lange unbeaufsichtigt brennen lassen. Brennbare Behälter (z.B. Pappbecher) nicht als Aschenbecher benutzen. Der Inhalt des Aschenbechers sollte erst in den Abfall gekippt werden, wenn die Asche und Zigarettenreste auch absolut abgekühlt sind. Das Rauchen im Bett hat übrigens schon vielen Menschen das Leben gekostet. Und daran waren in diesen fällen nicht Nikotin und Kondensat schuld...

 

Brände durch elektrische Verbraucher

Durch Kurzschlüsse infolge von Fehlbedienung, Überlastung oder unsachgemäße Handhabung tragen elektrische Haushalts- und Wärmegeräte immer wieder zu Bränden bei. Folgende Regeln sind daher zu beachten:

 

  • Prüfzeichen wie CE, VdS oder das TÜV-Siegel stehen für geprüfte SicherheitNur geeignete und geprüfte Geräte bestimmungsgemäß verwenden. Auf die gängigen Prüfzeichen, wie z.B. die nebenstehenden Symbole, solltest Du beim Kauf schon achten.
  • Eingeschaltete Geräte nie länger unbeaufsichtigt lassen
  • Leuchten dürfen nicht mit brennbaren Stoffen in Berührung kommen
  • Vermeidung von Wärmestaus bei elektrischen Geräten durch Einhaltung eines ausreichenden Abstands
  • E-Leitungen mit brüchigen Isolationen und Wackelkontakten austauschen, ebenso gequetschte Leitungen
  • Zu viele Verbraucher an einer Steckdose können zu Überlastung und somit zu Bränden führenÜberlastung von Steckdosen und Leitungen durch zu viele angeschlossene Geräte vermeiden
  • Elektrowärmegeräte (z.B. Wasserkocher) nur mit Abschaltautomatik und Knickschutz am Zuleitungskabel verwenden
  • Elektrowärmegeräte (z.B. Bügeleisen) stets auf eine feuerfeste Unterlage und in genügenden Abstand von brennbaren Gegenständen stellen bzw. montieren
  • Vorsicht bei der Benutzung von Heizdecken: Die wohltuende Wärme verleitet zum Einschlafen und birgt die Gefahr von manch bösen Überraschungen.
  • Heizstrahler brauchen einen Mindestabstand von brennbaren Stoffen, der nicht unter 50cm betragen sollte, im Strahlungsbereich besser sogar 100cm oder mehr. Die Herstellerhinweise sind zu beachten.

 

Brände durch Fernsehgeräte

Der Fernseher als Brandstifter?TV-Geräte tauchen nicht selten als Brandursache in den Schadensstatistiken auf. Man kann aber durch einige Regeln den Fernseher als Brandstifter weitgehend ausschließen:

  • Der Fernseher sollte ausreichend Abstand für die Lüftung zu Wänden oder ähnlichem haben, um Stauwärme zu vermeiden (rund 15 bis 20cm seitlich, nach oben und nach hinten).
  • Keine brennbaren Gegenstände (z.B. Deko-Material) auf den Fernseher legen.
  • Gerät immer ausschalten, nicht im Stand-By-Betrieb belassen. Das spart auch einiges an Strom. Gleiches gilt auch für andere Stand-By-Schaltungen wie beispielsweise bei Stereoanlagen, DVD-Playern, Videorecordern oder Computern.
  • Bei Gewittern oder längerer Abwesenheit von zuhause den Netz- und Antennenstecker ziehen.
  • Bei ungewöhnlichen Bildstörungen, Knistern im Gerät oder Brandgeruch den Fernseher sofort ausschalten und den Netzstecker ziehen. Danach das Gerät einige Zeit beobachten und der Überprüfung durch einen Fachmann unterziehen lassen.
  • Ältere Geräte gelegentlich vom Fachmann überprüfen lassen.

 

Brände durch Kinder

Auch Kinder können schneller als gedacht zum Grund für einen Brand werden.Kinder kennen häufig die Gefahren des Feuers nicht oder unterschätzen diese. Ein großer Teil fahrlässiger Brandstiftungen wird in Deutschland durch Kinder verursacht. Neugierde, Spiel- und Nachahmungstrieb oder Unerfahrenheit sind meistens die Auslöser von durch Kinder verursachte Brände. Was daher zählt, ist rechtzeitige Aufklärung seitens der Eltern, Erzieher oder Lehrer.

 

Weitere Brandursachen

Nur einige der möglichen Beispiele für weitere Brandursachen:

  • Blitzeinschläge kann man selbst nicht verhindern, doch auch hier lassen sich Folgen abschwächenBlitzeinschläge
  • Mechanisch erzeugte Funken (z. B. beim Schleifen oder Schlagen)
  • Reibungswärme (z. B. durch heißgelaufene Lager)
  • Statische Elektrizität (z. B. Aufladung und Entladung mit Funkenbildung)
  • Chemische Reaktionen (z. B. beim Zersetzen von organischen Stoffen)
  • Gasentzündung (z. B. ausweichendes Heizgas oder auch sich durch Funken entzündende Gasdämpfe, wie sie möglicherweise in schlecht gelüfteten Räumen bei Einsatz bestimmter Kleber, Lacke oder Verdünnungen entstehen könnten)