Brandschutztipps und Infos für Eltern

Fahrlässige Brandstiftung durch Kinder ist leider kein EinzelfallImmer wieder sieht man Schlagzeilen über Kinder als Verursacher von Bränden. Tatsache ist leider auch, dass ein großer Teil fahrlässiger Brandstiftungen durch Kinder und Jugendliche verursacht wird – oft mit schweren Folgen für Leib und Leben.

Kinder kennen häufig keine Gefahr!

Feuer fasziniert Kinder und sie wissen nicht, wie gefährlich es ist, welche Wirkung es hat und dass es das eigene wie auch das Leben anderer Menschen gefährden kann. Auch ältere Kinder sind häufig erst mit zehn bis zwölf Lebensjahren richtig in der Lage, Risiken und Gefahren, auch die des Feuers, zu erkennen und entsprechend ihr Handeln darauf abstellen zu können.

  • Kindliche Neugier
  • Kindlicher Spieltrieb
  • Kindlicher Nachahmungstrieb
  • Kindliche Unerfahrenheit

sind die häufigsten Ursachen, wenn Kinder einen Brand verursachen. Verbote, Abschreckung oder das Verbreiten von Angst werden nicht dazu beitragen, diese Probleme zu lösen. Im Gegenteil. Oft wird dadurch das Kind sogar noch motiviert, sich mit Feuer zu beschäftigen. Natürlich dann heimlich, wenn gerade keiner aufpasst. Und dann wird es im Ernstfall noch gefährlicher.

Was zählt, ist Aufklärung, keine Verbote!

Wirkungsvolle Aufklärung kann über verschiedene Seiten erfolgen, wie zum Beispiel:Aufklärung durch die Eltern kann Brände verhüten helfen

  • durch die Eltern
  • durch die Erzieher in den Kindergärten
  • durch die Lehrer in den Schulen
  • durch die Brandschutzerziehung seitens der Feuerwehr

Für Eltern haben wir nachstehend einige Ratschläge zusammengestellt. Darüber hinaus empfehlen wir den Eltern, auch mal mit den Erziehern im Kindergarten oder den Grundschullehrern zu sprechen, um zu erfahren, wie das Thema „Kinder und Feuer“ dort behandelt wird. Ebenso sollten Eltern mit Personen, die häufig mit den Kindern in Kontakt kommen (z. B. Großeltern), über das Thema sprechen, denn es wichtig, dass alle gegenüber dem Kind „in das gleiche Horn stoßen“. Sprechen Sie auch mit Betreuern Ihres Kindes in Vereinen oder Jugendgruppen darüber.

Erfahrene Pädagogen empfehlen darüber hinaus Eltern und Erziehern von kleinen Kindern:

Entzünden sie Feuer zusammen mit ihren Kindern und nehmen sie ihnen den Reiz des Unbekannten!

Die Stadt Delmenhorst unterstützt eine systematische Brandschutzerziehung für Kinder und Jugendliche. Speziell ausgebildete Feuerwehrbeamte arbeiten schon seit Jahren eng mit Erziehern und Lehrern aus den örtlichen Kindergärten und Schulen zusammen. Jährlich werden rund 1.000 Delmenhorster Schul- und Kindergartenkinder zum Thema Brandschutzerziehung unterrichtet.

Nähere Informationen zum Thema Brandschutzerziehung gibt es am Einfachsten per E-Mail unter der Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Unsere Tipps für Eltern


 Richtig so!

Feuer ist heiß!

Das sollte dem Kind frühzeitig bewusst werden. Ohne das Kind zu gefährden, sollten umsichtige Eltern das bereits ein bis zwei Jahre alten Kindern zeigen, indem sie die Kinderhand langsam an eine Kerzenflamme heranführen.

 Feuer ist heiß - das sollten Kinder früh lernen
 Richtig so!

Der kindliche Spiel- und Nachahmungstrieb will gestillt werden

Vorausschauende Eltern erlauben den Kindern unter Aufsicht den Umgang mit Streichhölzern und Feuer, zum Beispiel beim Anzünden einer Kerze.

 
 Richtig so!

Keine Heimlichkeiten!

Verbote und Strafandrohungen führen zum Trotz und begünstigen damit heimliche Aktionen der Kinder. Es zündelt eben dann, wenn keiner da ist. Wenn dann etwas passiert, wagt das Kind häufig nicht, Hilfe zu rufen, aus Angst vorm Schimpfen oder Strafen.

 
 Richtig so!

Nicht in Versuchung führen...

Streichhölzer und Feuerzeuge sollten konsequent aus der Reichweite des Kindes weggeschlossen werden. Ebenso wenig sollte man ein Kind damit beauftragen, vom Einkaufen Streichhölzer oder ein Feuerzeug mitzubringen.

 
 Richtig so!

Das erste Lagerfeuer? Nur gemeinsam!

Indianerspielen ohne auch einmal ein knisterndes Lagerfeuer anzuzünden? Verbote helfen hier wenig, also lieber gemeinsam mit dem Kind ein Feuer entzünden und ihm die sicherheitsrelevanten Regeln dabei in Ruhe erklären.

Lagerfeuer nur gemeinsam mit dem Kind entzünden, nie das Kind alleine zündeln lassen
 Richtig so!

Rauchen ist doppelt gefährlich

Mal abgesehen von gesundheitlichen Schäden und Suchtgefahren: Die Zigarettenglut birgt zusätzliche Gefahren. Eltern sollten ihre Kinder daher nicht nur über die Gefahren des Rauchens aufklären, sondern auch deutlich machen, dass aus Angst vor Entdeckung weggeworfene Zigaretten verheerende Brände auslösen können. Der Grundsatz bleibt bestehen: Reine Verbote führen nur zu mehr Heimlichkeiten - das erhöht nur die Gefahr!

 
 Richtig so!

Vorsicht bei Lern- und Experimentierspielen

Physik- und Chemiebaukästen haben sicherlich zwar einen pädagogischen Wert, sind aber nicht so ganz ungefährlich. Eltern sollten sich daher gemeinsam mit ihrem Kind damit beschäftigen und ihm eventuell den hier notwendigen Umgang mit dem Feuer erklären. Die Altersempfehlungen des Herstellers sollten zudem alle Eltern beachten.

 
 Richtig so!

Kleinkinder und Feuer gehören nicht zusammen allein gelassen

Verantwortungsvolle Eltern lassen ihre Kleinsten nie mit offenen Feuer (wie brennenden Kerzen) alleine: Die züngelnden Flammen üben eine hypnotische Anziehungskraft auf die Kinder aus. Hier besteht höchste Gefahr!

 
 Richtig so!

Richtig Hilfe holen!

Sobald das Kind mit dem Telefon umgehen kann, sollte es lernen, mit dem Notruf 112 umzugehen. Wichtig ist dabei aber, dass das Kind nur telefonieren sollte, wenn es dabei ungefährdet bleibt. Wenn das Kind andere auf einen ausgebrochenen Brand aufmerksam machen will, sollte es „FEUER-FEUER“ rufen. Hierauf reagieren Dritte erfahrungsgemäß eher und schneller als auf normale Hilfe-Rufe.

Auch Kinder sollten schon wissen, wie der Notruf über die 112 funktioniert
 Richtig so!

Auch elektrische Geräte und Glühlampen sind gefährlich

Eltern sollten ihren Kindern bewusst machen, dass einige elektrische Geräte durch die abgestrahlte Wärme auch schnell zu Bränden führen können. Da wird schon mal schnell die Bettdecke oder Wolldecke über die Nachtischlampe mit der heißen Glühlampe gelegt, um eine „kuschelige Höhle“ zu bekommen. Bei neuartigen Leuchten dagegen besteht hier noch immer Gefahr - durch Glassplitter oder das Leuchtmittel der Lampe, wenn diese splittert.

 
 Richtig so!

Rauchmelder retten Leben!

Trotz der besten Aufklärung und der größten Vorsicht kann immer mal etwas passieren. Da braucht nicht einmal unbedingt das Kind schuld zu sein. Kinder sollten nie den Eindruck vermittelt bekommen, ein Rauchmelder könne ein Feuer verhindern. So etwas könnte schnell als „Freifahrtschein“ verstanden werden. Allerdings sollten Eltern auch unbedingt mit dem Kind darüber sprechen, was es tun soll, wenn ein Rauchmelder auslöst.

 
 Richtig so!

Für's Kinderzimmer: Der Kinderfinder

Neben geeigneten Rauchmeldern kann der "Kinderfinder" im Brandfall wertvolle Dienste leisten. Der neongelb nachleuchtende Aufkleber für die Kinderzimmertür sollte im unteren Drittel der Tür und somit dort angebracht werden, wo im Brandfall noch nicht so viel Rauch ist. So können Feuerwehrleute das Kinderzimmer schneller erkennen und Kinder retten, wenn sie sich in Gefahr befinden. Erhältlich ist der Kinderfinder natürlich auch bei uns!

Der Kinderfinder: Ein nachleuchtender Aufkleber für die Zimmertür