Abrollbehälter Schlauch (AB-S)

Abrollbehälter Schlauch (AB-S) der Feuerwehr DelmenhorstAls Abrollbehälter bezeichnet man solche Behälter, die von einem Wechselladerfahrzeug je nach Bedarf wechselweise aufgenommen und zu einer Einsatzstelle befördert werden können.

Der Abrollbehälter Schlauch ist für die Förderung von Löschwasser über lange Distanzen ausgelegt. Er beherbergt zwei tragbare Pumpen (Tragkraftspritzen) mit einer Nennförderleistung von jeweils 800 Litern pro Minute bei 8 bar sowie etwa 2000 Meter B-Druckschlauch mit einem Durchmesser von 75 Millimetern. 1400 Meter davon lagern im Heck des Abrollbehälters und können während langsamer Fahrt verlegt werden.

Mittels einer Schlauchüberführung lassen sich bis zu drei Schlauchleitungen über eine Straße führen, ohne den darunter verlaufenden Verkehr besonders zu behindern. Für weitere Schlauchleitungen werden Schlauchbrücken mitgeführt.
 
Realisierung: Carl Metz GmbH
   
Baujahr: 1988
   
L x B x H: 5,80 x 2,50 x 2,30 Meter
   
 Beladung: • 2 Tragkraftspritzen vom Typ TS 8/8
  Schlauchüberführung für bis zu 3 B-Schlauchleitungen
  • Schlauchbrücken (10 Stück)
  • 1400 Meter B-Schlauch in Buchten zum Verlegen während der Fahrt
  • 600 Meter B-Schlauch in Form von Rollschläuchen
  • 150 Meter C-Schlauch (42 bzw. 52 Millimeter Durchmesser)
  • diverse Armaturen zur Wasserentnahme, -fortleitung und -abgabe
  4-teilige Steckleiter
  • Batterie zur autarken Stromversorgung (Innenbeleuchtung, Warnblinker, Blaulicht)
  • Verkehrssicherungsmaterial
 

 

  • Der Abrollbehälter Schlauch der Feuerwehr Delmenhorst, gebaut von der Firma Carl Metz im Jahr 1988.
  • Der Abrollbehälter verfügt über jeweils drei Geräteräume an den Seiten. Auch auf dem Dach findet sich Beladung.
  • In Transportrichtung links ist so z.B. eine Schlauchüberführung auf dem Dach verlastet.
  • Rechts in Transportrichtung des Abrollbehälters wird auf dem Dach eine Steckleiter mitgeführt.
  • Die Beladung des Abrollbehälters Schlauch ist vorwiegend auf die Wasserförderung ausgelegt. Auch lange Strecken (rund zwei Kilometer) lassen sich mit seiner Beladung bewältigen.
  • Geräteraum 1, Transportrichtung links: Hier lagert eine Tragkraftspritze, ein Ausgleichsbehälter und Kleinmaterial.
  • Im Schubfach oben links beispielsweise werden Geräte für einfache technische Hilfeleistungen mitgeführt. Darunter Schaufeln, Besen oder Holzäxte. Auch zwei Faltsignale liegen hier bereit.
  • Unten im G1 steht eine von zwei Tragkraftspritzen. Leistung: Mindestens 800 Liter pro Minute bei einem Ausgangsdruck von 8 bar. Die neue Bezeichnung würde PFPN lauten: Portable Fire Pump Normal Pressure.
  • Links neben der Tragkraftspritze liegt das Rohrgerüst für den mitgeführten Ausgleichsbehälter.
  • Der Ausgleichsbehälter selbst liegt rechts neben der TS in einem Schubfach. Mit ihm lässt sich z.B. bei langen Wegstrecken ein Wasserbassin errichten, aus dem wieder mit mehr Druck gefördert werden kann.
  • Im Geräteraum G3 liegt Kleinlöschgerät (Kübelspritze A10 und Pulverfeuerlöscher PG12), Verkehrssicherungsgerät und Kleinmaterial bereit. Dazu 10 B-Rollschläuche: 200 Meter.
  • In Geräteraum G5 liegen 300 Meter B-Druckschlauch (Rollschläuche) bereit. Dazu 5 C-Rollschläuche, das entspricht 75 Metern. Ganz unten sind die Batterien des Abrollbehälters und ein Ladegerät verbaut.
  • Das Ladegerät in Geräteraum 5 versorgt die eingebauten Batterien mit Strom. Diese sind dafür da, um unabhängig vom Trägerfahrzeug Beleuchtung, Warnblinker und Blaulicht schalten zu können.
  • Das Heck des Abrollbehälters Schlauch mit dem Aufstieg zum Dach und einem Geräteraum.
  • Bei genauerem Hinsehen fällt die Plattform auf, die unterhalb der Aufstiegsleiter angebracht ist. Hier kann ein Feuerwehrangehöriger während der Fahrt stehen, um Schläuche auszulegen.
  • Absturzsicherung: Für den Feuerwehrangehörigen auf der Plattform herrscht Gurtpflicht. Mit dem Sicherheitsgurt hakt man sich am Abrollbehälter in dieser Öse ein.
  • Beim ersten Wechselladerfahrzeug noch Standard: Die Summer-Verbindung zum WLF. Musste z.B. umgekuppelt werden, konnte der Feuerwehrangehörige am Heck dies durch entsprechendes Drücken melden.
  • Ein Blick in den heckseitigen Geräteraum zeigt, wie viel B-Schlauch während der Fahrt verlegt werden kann. 1400 Meter sind es etwa, die hier vorgekuppelt in 7 Schubladen liegen.
  • Pro Schublade sind 200 Meter B-Schlauch (Innendurchmesser 75mm) vorgesehen. Zum Bestücken können die Schubladen komplett entnommen werden.
  • Praxisbeispiel: Der Feuerwehrmann auf der Plattform entnimmt den Schlauch und kuppelt bei Bedarf um, wenn eine Schublade leer ist. Ein weiterer Feuerwehrmann legt den Schlauch an den Straßenrand.
  • Bei Überqueren von Straßen steht diese Schlauchüberführung aus Rohrgerüst zur Verfügung. Beim Aufbau werden links und rechts je 2 B-Schläuche angeschlossen, ein weiterer mittig über die Rohrbrücke gelegt.
  • Das Stützgerüst für die Schlauchüberführung wird unter dieser gelagert. Aufgebaut können selbst Lastwagen unter der Überführung hindurchfahren. Allerdings nur einspurig.
  • Die Alternative zur Schlauchüberführung sind Schlauchbrücken aus Holz. 10 Stück werden auf dem AB-Schlauch mitgeführt. Nachteil: Bei tiefergelegten Fahrzeugen wird es manchmal problematisch.
  • Die Beifahrerseite, Transportrichtung rechts: Hier lagern weiteres Schlauchmaterial, eine zweite Tragkraftspritze, Schaummittel und diverse Armaturen.
  • Geräteraum 6, hinten, ist beinahe eine Kopie des gegenüberliegenden Geräteraums. 300 Meter B-Rollschlauch, 75 Meter C-Rollschlauch. Allerdings liegen hier auch drei Druckbegrenzungsventile.
  • In Geräteraum 4 liegen diverse wasserführende Armaturen. Darunter Hydranten- und Kupplungsschlüssel, Verteiler und Strahlrohre. Auch sechs Saugschläuche und 200 Meter B-Rollschlauch lagern hier.
  • Geräteraum 2, vorn auf der Beifahrerseite, beherbergt die zweite Tragkraftspritze samt Zubehör und die Schaumausrüstung des AB-Schlauch.
  • Im Schubfach links oben, über dem Platz für die Schaumkanister, liegen je zwei Zumischer, zwei D-Ansaugschläuche und zwei Schwerschaumrohre S4 (400l/Min.) bereit.
  • Im Schubfach rechts oben, direkt über der Tragkraftspritze (TS), lagert Zubehör für diese. Darunter der Seilstarter (rund, Mitte) oder Einfüllstutzen für Kanister zum Nachtanken (rechts).
  • Unter der Tragkraftspritze liegt (auf jeder Seite) jeweils ein Standrohr für die Wasserentnahme aus Unterflurhydranten. Die passenden Hydrantenschlüssel stehen rechts außen in Geräteraum G4.
  • Die modernere Tragkraftspritze des Abrollbehälters Schlauch verfügt über eine Starterbatterie. Diese wird über das Bordnetz geladen (oranges Spiralkabel, vor der Entnahme abzuziehen).
  • Für die Batterieladung der Tragkraftspritze ist in Geräteraum 2 außen rechts ein Batteriewächter installiert, der Fehler bei der Ladung der TS optisch und akustisch meldet.