Rüstwagen (RW 2), DEL-210

Rüstwagen (RW 2) der Freiwilligen Feuerwehr Delmenhorst-StadtRüstwagen sind Feuerwehrfahrzeuge zur Durchführung von größeren bzw. umfangreichen technischen Hilfeleistungen. Sie dienen vorwiegend als Geräteträger bei speziellen Einsatzlagen.

Die Beladung des Rüstwagens umfasst schweres Gerät, welches Einsatzkräften ermöglicht, z.B. Rettungsöffnungen bei Verkehrsunfällen mit Straßen-, Schienen- oder auch Luftfahrzeugen zu schaffen, einsturzgefährdete Gebäude abzustützen und Verschüttete zu bergen. Durch eine Seilwinde an der Fahrzeugfront können schwere Lasten bewegt oder gesichert werden. Ein Schlauchboot auf dem Dach ermöglicht den Einsatz zur Wasser- oder Eisrettung.

Bedingt durch die technische Weiterentwicklung von Bauteilen und Bauhöhen der Kraftfahrzeuge, Weiterentwicklung von Sicherheitsstandards und die Verwendung von modernen Materialien, wurde in den vergangenen Jahren auch die Beladung des Rüstwagens immer wieder angepasst. So wird z.B. mittlerweile auch eine spezielle Rettungssäge und eine Rettungsplattform für Lkw- oder Bahnunfälle mitgeführt.
 
Fahrgestell: MAN 14.224
   
Aufbau: Ziegler
   
Baujahr: 1999
   
Technische Daten: Allradantrieb
  224 PS Motorleistung
  zGG 14t
   
L x B x H: 7,80 x 2,50 x 3,10 Meter
   
Besatzung: 3 Personen: Löschtrupp
   
Sonstiges: • fest eingebaute Seilwinde mit 50 kN Zugkraft
  Mehrzweckzug mit Zubehör
  • Stromerzeuger (fest eingebaut) mit 20 kVA-Leistung
  • Stromerzeuger (tragbar) mit 8 kVA-Leistung
  • Lichtmast mit 2 x 1000 Watt Leistung und 6m Lichtpunkthöhe
  • Beleuchtungssatz, tragbar
  • Hydraulischer Rettungssatz: Schere, Spreizer, 3 Rettungszylinder
  • Rettungsplattform
  • Kettensäge, motorbetrieben
  Rettungssäge, motorbetrieben
  • Trennschleifer, je 1x motorbetrieben und elektrisch
  • Druckluft-Hebekissen (Niederdruck- und Hochdruckhebekissen)
  • Schlauchboot (im Winter mit Eisrettungsschlitten)
  • Schleifkorbtrage, Marinetrage, Krankentrage und Rettungsbrett
  • Tauchpumpe (TP 4/1)
  • Werkzeuge, Material zur Einsturz- und Absturzsicherung
  • 4-teilige Steckleiter
  • 3 Pressluftatmer mit Atemanschlüssen
  • Be- und Entlüftungsgerät
 

 

  • Der Rüstwagen der Freiwilligen Feuerwehr Delmenhorst-Stadt: Ein RW 2 auf MAN 14.224-Fahrgestell mit 224 PS.
  • Das Fahrzeug wurde 1999 von Ziegler aufgebaut und in Tagesleuchtrot (RAL 3024) lackiert.
  • Beidseitig sind je drei Geräteraume vorhanden. Auf dem Dach lagert ein Rettungsboot, welches über eine Entnahmehilfe (im Bild oben zu sehen) heruntergelassen werden kann.
  • Heckseitig befinden sich der Aufstieg zum Dach, ein weiterer Geräteraum und eine Klappe, hinter der das Bedienfeld des eingebauten 20kVA-Generators zu finden ist.
  • Die Geräteraume vor und hinter der Hinterachse sind zweigeteilt, so dass der obere Teil durch Rolladen verschlossen wird, wahrend der untere Teil jeweils hinter einer (als Auftritt nutzbaren) Klappe liegt.
  • Mit geöffneten Klappen sind die Geräteraume voll zugänglich. Auch schweres Gerat kann problemlos entnommen werden.
  • Während auf der Fahrerseite eher Stromerzeuger, Kabeltrommeln und Verkehrssicherungsgerat lagern, befindet sich auf der Beifahrerseite vorwiegend Gerät zur Unfallrettung. Vorn ist die Seilwinde erkennbar.
  • Die Seilwinde ist bei Nichtbenutzung mit einer Schutzhülle abgedeckt. Bei Betrieb kann das Drahtseil maximal 15 Grad nach links oder rechts auslaufen. Bei größeren Winkeln muss es umgelenkt werden.
  • Das Typenschild der Seilwinde in der Fahrertür gibt genaueren Aufschluss über maximale Belastung, Seillange und technische Daten der Seilwinde.
  • Die Winde lässt sich mittels Kabelfernsteuerung bedienen. Entweder aus der Kabine heraus oder von einem Standpunkt neben dem Fahrzeug. Eine Warnleuchte zeigt das nahende Seilende an.
  • Das Armaturenbrett des MAN ist übersichtlich: Links sind Licht und Warnblinker, rechts Sondersignale und weitere fahrzeugeigene Schaltknöpfe angebracht.
  • In der Windschutzscheibe sind gut sichtbar Funkrufname, Fahrzeughöhe, -breite und Gesamtgewicht angegeben.
  • Der mittlere bis rechte Bereich des Armaturenbretts mit FMS-Geber für den Fahrzeugfunk und Statusübersicht (rechts). Zierde ist der Zigarettenanzünder, unten: In den Fahrzeugen wird nicht geraucht.
  • An der Rückwand der Kabine werden drei 2m-Band-Handsprechfunkgeräte in Ladestationen betriebsbereit gehalten.
  • Die fahrerseitige Klappe hinter der Fahrerkabine: Hier ist der Einfüllstutzen für den Kraftstofftank. Darüber wird das Stativ für den tragbaren Beleuchtungssatz gelagert. Daneben (im Kasten) Flatterleinen.
  • In Geräteraum 1 befinden sich z.B. Flutlichtstrahler und Zubehör, Stromerzeuger, Be- & Entlüftungsgerät, 3 Pressluftatmer mit Masken, Rettungssäge, Trennschleifer, Rettungsplattform und Verkehrswarngerät.
  • In Geräteraum 3 liegen Verkehrsleitkegel, eine Motorkettensäge mit Zubehör, Umlenkrollen und ein langes Drahtseil für den Mehrzweckzug. Schleifkorbtrage und Co. können von beiden Seiten entnommen werden.
  • In Geräteraum 5 liegen drei Leitungstrommeln für Dreh- und Wechselstrom, Abzweigstücke, FI-Schutzschalter, Lutten für das Be- & Entlüftungsgerät, Luftschrauber, Bohrmaschine und eine Notfalltasche.
  • Die Heckansicht: Im Geräteraum in der Mitte liegen (von unten nach oben) Holzbohlen, Baustützen, Rüsthölzer sowie Gummistiefel und Wathosen in je einer Tragebox.
  • Oben am Heck ist eine externe Geräteraumbeleuchtung vorhanden, die das Umfeld ausleuchtet. Die Verkehrswarneinrichtung kann von der Kabine aus ein- und ausgeschaltet werden.
  • am Heck links ist (hinter einer Klappe) der 20 kVA-Stromerzeuger zu finden. In dem kleinen Kasten links oben liegt das Schutzleiterprüfkabel für den Generator. Vor dem Betrieb wird er damit geprüft.
  • Mit einer Anhängerkupplung kann der Rüstwagen auch als Zugmaschine dienen, um z.B. das Mehrzweckboot zum Einsatz zu bringen. Außerdem können druckluftbetriebene Geräte heckseitig angeschlossen werden.
  • In Geräteraum 6 (Beifahrerseite hinten) lagern verschiedene Werkzeugkästen. auch Drahtseile und Schäkel, Unterlegkeile, Holzkeile, ein Hebesatz H1, Tauchpumpe, Leinen und ein Hebekissensatz liegen hier.
  • Im Geräteraum G4 kann (wie bei G3) das Schubfach mit Schleifkorb- und Krankentrage, Rettungsbrett und Decke geöffnet werden. Darunter: 68t-Hebekissen, Motortrennschleifer, Bohrhammer und Brennschneidgerät.
  • Für die Unfallrettung ist Geräteraum 2 Anlaufpunkt: Hydraulisches Rettungsgerät lagert hier ebenso wie Airbag-Sicherungen, Ölbinder, Mehrzweckzug, Niederdruck-Hebekissen 10t, hydraulische Winden usw.
  • Auf dem Auszug in G2 liegen linksseitig (von oben): Türöffnungssatz, Fw-axt, Halligan-Tool, Brechstange, Holzaxt, Beil, Klapp- / Hackspaten, Klebebandabroller und Staubmasken.
  • Auszug G2, rechts: 3 verschiedene hydraulische Rettungszylinder (klein-mittel-groß). Darunter lagert ein Ziehgerät für Erdankernägel. Der Erdanker liegt im Fach darunter. Die Kurbel gehört zum Lichtmast.
  • Rechts neben dem Geräteraum 2, zur Fahrerkabine hin, befindet sich die Lichtmaststeuerung. Mit Joystick werden Scheinwerfer ausgerichtet und Mast gedreht, der Knopf dient der Endablage beim Einfahren.
  • Auf dem Dach befindet sich das Rettungsboot. Im Winter ggf. mit einem Eisrettungsschlitten. Im Dachkasten liegen Schwimmwesten, Bootszubehör, 2 Hebebäume, Abschleppstange, Abgasschlauch und Einreißhaken.
  • Vor dem Dachkasten ist der Lichtmast mit zwei 1000 Watt-Halogenscheinwerfern installiert. Auf dem Dachkasten befindet sich eine vierteilige Steckleiter. Sie reicht bis ins 2. Obergeschoss hinauf.
  • Der Rüstwagen verfügt über eine Pressluft-Martinshornanlage und Doppelblitzleuchten als Sondersignal. Die Dachkennung mit dem Kfz-Kennzeichen ermöglicht es, den RW auch vom Hubschrauber aus anzusprechen.
  • Ein riesiger Werkzeugkasten: Der Rüstwagen ist ein Spezialfahrzeug für umfangreiche, technische Hilfeleistungen - vom Verkehrsunfall bis zum Gebäudeeinsturz, Wasser- oder Eisrettung. Und mehr...