Löschgruppenfahrzeug (LF 16-TS) AUßER DIENST, DEL-8003

Löschgruppenfahrzeug (LF 16-TS) des Katastrophenschutzes, Standort: Freiwillige Feuerwehr Delmenhorst-Stadt.Löschgruppenfahrzeuge sind Feuerwehrfahrzeuge für die Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung kleineren Umfangs. Mit dem mitgeführten Schlauchmaterial werden sie ebenso zur Förderung von Löschwasser eingesetzt.

Beim LF 16-TS handelt es sich um ein Fahrzeug des Katastrophenschutzes. Es wurde nicht aus Mitteln der Stadt Delmenhorst beschafft, sondern vom BUND der Feuerwehr zur Verfügung gestellt. 1999 in Delmenhorst stationiert, wird es seither auch im Rahmen des Ausbildungsdienstes und bei Einsätzen im Stadtgebiet eingesetzt. Nach wie vor steht es jedoch dem Katastrophenschutz auch überörtlich und länderübergreifend zur Verfügung.

Das LF 16-TS verfügt über keinen fahrzeugeigenen Löschwasserbehälter. Mit etwa 600 Metern B-Schlauch und zwei besonders leistungsfähigen Pumpen (Gesamtleistung rund 4000 l/Min) wird das Fahrzeug im Rahmen des normalen Einsatzgeschehens allerdings meist zur Löschwasserförderung über lange Wege eingesetzt.
 
Außer Dienst gestellt  Juni 2016
 
Fahrgestell: Iveco 90-16 AW
   
Aufbau: Lentner Karosserie- und Fahrzeugbau GmbH
   
Baujahr: 1989
   
Technische Daten: Allradantrieb
  160 PS Motorleistung
  zGG 9t
   
L x B x H: 7,30 x 2,50 x 3,10 Meter
   
Besatzung: 9 Personen: Löschgruppe
   
Pumpen: fest eingebaute Feuerlöschkreiselpumpe FP 24/8
  mit einer Leistung von 2400 l/Min. bei 8 bar
  Tragkraftspritze TS 8/8 ZS
  mit einer Leistung von 1600 l/Min. bei 8 bar
   
Löschmittel: • Kübelspritze mit 10 Litern Wasser
  • 120 Liter Mehrbereichschaummittel
  • 12 kg ABC-Löschpulver
   
Sonstiges: • 4 Pressluftatmer mit Atemanschlüssen
  • 2 hydraulische Winden mit je 10t Hubkraft
  Wärmeschutzkleidung Form 3 (4 Stück)
  Klappleiter
  4-teilige Steckleiter
  3-teilige Schiebleiter
  • Motorkettensäge samt Zubehör
 

 

  • Das LF 16-TS des Katastrophenschutzes auf einem Iveco 90-16-Fahrgestell mit Lentner-Aufbau. Im Einsatz- und Ausbildungsdienst wird das Fahrzeug von den Aktiven der FF Delmenhorst-Stadt besetzt.
  • Das Fahrzeug wurde vom BUND zur Verfügung gestellt und war zuvor im Landkreis Oldenburg stationiert. Die 8000er-Nummer des Kennzeichen weist bereits auf den Katastrophenschutz-Hintergrund hin.
  • Während das Fahrzeug an sich ein vergleichsweise relativ leichtes und wendiges Fahrgestell besitzt, ist die Beladung mit Schlauchmaterial und tragbaren Leitern sehr umfassend ausgelegt.
  • Im zweigeteilten Aufbau (je zwei Geräteräume pro Seite) ist zwar kein Löschwasserbehälter untergebracht, dafür verfügt das Fahrzeug über rund 600 Meter Schlauchmaterial zur Wasserförderung.
  • Zudem sind zwei leistungsstarke Feuerlöschkreiselpumpen vorhanden, deren Nennförderleistung bei etwa 4000 Litern pro Minute liegt. Die tatsächliche Leistung liegt normalerweise deutlich darüber.
  • Die Besatzung des LF 16-TS umfasst eine Löschgruppe (9 Personen). Die Beladung ist für zwei Löschgruppen ausgelegt.
  • Direkt unter der Fahrertür befinden sich Strom- und Drucklufteinspeisung, um zeitnah ausrücken zu können. Daneben ist eine Einsteckhülse für Flaggen vorhanden, falls in einer Kolonne gefahren wird.
  • Das LF 16-TS ist geländegängig und verfügt über gute Bodenfreiheit für den Einsatz im Gelände. Typisch für Katastrophenschutzfahrzeuge sind z.B. Ersatzrad (auf dem Dach) und Reservekanister für Kraftstoff.
  • Geräteraum 1: Hier lagern vier Pressluftatmer zuzüglich Reserveflaschen, diverse Armaturen, drei Feuerwehräxte, einige B-Rollschläuche und Verkehrssicherungsgerät.
  • Die Armaturen auf dem Auszug umfassen je 3 Verteiler, 3 Druckbegrenzungsventile (mit gelben Schutzkappen), zwei Übergangsstücke B-C, Übergangsstücke C-D sowie einen D-Rollschlauch & D-Mehrzweckstrahlrohr.
  • Bei den Atemschutzgeräten auf dem Auszug links im Geräteraum handelt es sich um Pressluftatmer der Marke Auer. Die Magnetschilder kennzeichnen die Geräte der Trupps (14-24-1 und 14-24-2).
  • Zwei Masken befinden sich im Kasten rechts neben den Pressluftatmern. Zwei weitere Masken liegen in der Mannschaftskabine, damit sie der Angriffstrupp bereits während der Fahrt aufsetzen kann.
  • In Geräteraum 3 befinden sich diverse B- und C-Rollschläuche, eine tragbare Schlauchhaspel mit mindestens 5 C-Druckschläuchen, Schlauchschellen im Beutel sowie Räumgeräten auf einem Auszug.
  • Der Auszug mit den Räumgeräten umfasst je zwei Dunghacken, Dunggabeln, Spaten, Stechschaufeln und Stoßbesen. Unter dem Aufbau sind die Reservekanister für Kraftstoff zu erkennen.
  • Die tragbare Schlauchhaspel lässt sich mit ihrer Halterung herausklappen, um sie leichter entnehmen und ablegen zu können. Außerdem dient die Halterung dem Bestücken mit neuen Schläuchen nach dem Gebrauch.
  • Hinter der Schlauchhaspel (vorzugsweise aus dem rückwärtigen Geräteraum zu entnehmen) liegen je zwei Saugkörbe, Saugschutzkörbe aus Drahtgeflecht, Sammelstücke A-2B sowie ein paar Schachthaken mit Kette.
  • Die rückwärtige Ansicht mit der Aufstiegsleiter zum Dach und dem Geräteraum mit der Tragkraftspritze TS 8/8 ZS (für Zivilschutz) auf dem Auszug.
  • Die tragbare Kreiselpumpe vom Typ TS 8/8 ZS hat eine Nennförderleistung von 1600 Litern pro Minute bei 8 bar. Hydrantenschlüssel, Standrohr, Kupplungsschlüssel und Leinenbeutel lagern ebenfalls im Heck.
  • Rechts oben im heckseitigen Geräteraum befinden sich zwei Übergangsstücke A-B. Außerdem lagern für den TS-Maschinisten hier je ein Handscheinwerfer und 2m-Band-Handfunkgerät in einer Ladehalterung.
  • Heckseitig unter dem Aufbau befinden sich sowohl Anhängerkupplung und Luft- bzw. Stromverbindungen für diese, wie auch eine eingeschobene Abschleppstange (links, bei dem blauen Bindedraht, zu erkennen).
  • Auf dem Dach lagern die verschiedenen tragbaren Leitern (bis zum 3. OG reichend) und weiteres Material. Die Dachkennung mit dem Kennzeichen lässt eine Identifizierung des Fahrzeugs auch aus der Luft zu.
  • In Fahrtrichtung links liegen eine 4-teilige Steckleiter (Rettungshöhe bis etwa zum 2. OG), ein zweiteiliger Einreißhaken aus Holz, Ersatzrad sowie vier Schlauchbrücken.
  • Die Steckleiter lässt sich mittels Einsteckhülsen und Federsperrbolzen verlängern oder durch Entnahme einzelner Teile verkürzen. Sie ist so flexibel einsetzbar.
  • Zur Entnahme der Leiter wird die Fixierung in der Lagerung nach hinten weggeklappt. Die integrierte Rolle ermöglicht es, die Steckleiter leichtgängig vom Dach abzurollen und herunter zu geben.
  • In Fahrtrichtung rechts lagert die 3-teilige Schiebleiter (Rettungshöhe bis 3. OG), eine Klappleiter aus Holz (<1. OG), 4 Feuerpatschen, 2 Saugschläuche und ein Mini-Stativ für Arbeitsscheinwerfer.
  • Mittig am Heck liegt der Arbeitsstellenscheinwerfer, der mittels Mini-Stativ etwas verlängert werden und zur Beleuchtung einzelner Bereiche im Umfeld des Fahrzeugs eingesetzt werden kann.
  • In Geräteraum 4, in Fahrtrichtung hinten rechts, liegen eine zweite tragbare Schlauchhaspel, weitere B-Rollschläuche, B- und C-Strahlrohre, Schlauchhalter und zwei Auffahrbohlen aus Holz.
  • Auf dem Auszug in Geräteraum 4 befinden sich 4 C-Mehrzweckstrahlrohre und 2 B-Mehrzweckstrahlrohre. Zusammen könnten diese bis zu 2000 Liter Löschwasser pro Minute abgeben.
  • Auch die tragbare Schlauchhaspel in Geräteraum 4 lässt sich samt der Halterung herausklappen. Je zwei Feuerwehrleute verlegen die mindestens fünf C-Schläuche einer Haspel.
  • In Geräteraum 2 liegen zwei B-Stützkrümmer für die B-Mehrzweckstrahlrohre, 4 Wärmeschutzanzüge Form 3, Material zum Schaumlöschangriff und zur technischen Hilfeleistung sowieTrinkwasser für die Mannschaft.
  • Auf einem Auszug lagern zwei hydraulische Winden der Firma Büffel (daher auch Büffelheber genannt) mit einer Hubkraft von je 10 Tonnen samt Zubehör. Im Hintergrund ist das Kombi-Schaumrohr erkennbar.
  • Der Auszug unten rechts beherbergt sechs 20 Liter-Kanister mit Mehrbereichsschaummittel, welches mittels D-Ansaugschlauch vom Zumischer (rechts darüber) in die Löschwasserschläuche gesaugt wird.
  • Hinter der Klappe oben lagern die vier Wärmeschutzanzüge Form 3 (Vollschutzanzug) in Tragetaschen. Hier ist auch eine Motorkettensäge und Trinkwasser für die Mannschaft verlastet.
  • In der Transportkiste für die Motorkettensäge liegt auch das Zubehör bereit. Dazu zählt Schnittschutzkleidung mit Helm ebenso wie ein Kombi-Kanister für Kraftstoff und Öl.
  • Je Seite liegen unterhalb von Mannschaftskabine und Aufbau jeweils drei Saugschläuche mit Schnellkupplungsgriffen bereit. Sie dienen z.B. der Wasserentnahme aus offenen Gewässern oder Löschwasserbrunnen.
  • Die Mannschaftskabine verfügt über eine Vierer- u. eine Dreiersitzbank mit gepolsterten Sitzen, die gerade bei langen Strecken im Falle überörtlicher Hilfe einen gewissen Komfort für die Mannschaft bieten.
  • Die Kübelspritze führt mit 10l Inhalt das einzige Löschwasser des Fahrzeuges mit. Das Fahrzeug eignet sich daher weniger für den Ersteinsatz, als zur Wasserförderung bei der Bekämpfung größerer Brände.
  • Unter der Dreiersitzbank wird Kleinmaterial zur technischen Hilfeleistung gelagert. Hier zu sehen sind Bügelsäge, Bolzenschneider und ein Beutel mit Starklichtfackeln.
  • Die hinterer Vierersitzbank ist zweigeteilt hochklappbar. Fahrerseitig befindet sich ein großer Sanitätskasten. Auch können hier Leitkegelblitzleuchten entnommen werden.
  • Eher von der Beifahrerseite aus entnehmbar sind Wagenheber mit Zubehör, Drahtseile und Schäkel, ein fünfteiliger Bordwerkzeugkasten sowie die klappbare Krankentrage.
  • In der Mittelablage hinter dem Fahrersitz befinden sich die Masken für den Angriffstrupp, die während der Fahrt angelegt werden können, und eine Atemschutzüberwachungstafel. Davor: Handscheinwerfer.
  • Im mittleren Teil der Ablage liegen Leinenbeutel mit Feuerwehrleinen für die Mannschaft und Kleinmaterial bereit.
  • Direkt in Reichweite des Gruppenführers befinden sich hinter dessen Sitz diverse Nachschlagewerke. Darunter verschiedene Übersichten, Wasserentnahmestellenverzeichnis und eine Waldbrandeinsatzkarte.
  • Der Einstieg zum Beifahrersitz für den Gruppenführer. Über dem Sitz hängt die Kennzeichnungsweste 14-24. Außerdem befinden sich hier Anhaltestab (in der Ablage dahinter) und Funkzubehör.
  • Klein aber fein: Oberhalb des Gruppenführersitzes ist eine Leseleuchte angebracht, mit der während andauernden Einsätzen oder längeren Fahrten Karten und Unterlagen beleuchtet werden können.
  • Vor der Mittelablage sind Ladehalterungen für 2m-Band-Handfunkgeräte angebracht. 4 Geräte (teils mit Sprechgarnituren) lagern hier. Das herausnehmbare 4m-Band-Gerät mit FMS-Geber steht ebenfalls hier.
  • Vor dem Gruppenführersitz befindet sich zudem eine Übersicht der verwendeten Funkstatus. Außerdem ist zur eigenen Sicherheit ein Nothammer vorhanden.
  • Mittig in der Frontscheibe ist der Funkrufname eingeklebt. Während der Funkrufname der FF Delmenhorst-Stadt immer mit 11 beginnt, steht die 14 für den Katastrophenschutz.
  • Der mittlere Teil des Armaturenbrettes ist recht übersichtlich gehalten. Hier befinden sich Ablagefächer und Schalter für Lüftung, Heizung, Nebelscheinwerfer, -schlussleuchte und die Sondersignalanlage.
  • Auch der Maschinistenplatz selbst ist übersichtlich gestaltet.
  • An der Front des LF 16-TS befindet sich ein zweiter Arbeitsstellenscheinwerfer, wie er bereits auf dem Dach am Heck Verwendung findet.
  • Während der Fahrt ist die Pumpe mit einer Schutzhülle versehen. So können sich Personen (z.B. bei Unfällen) nicht an scharfen Kanten verletzen und die Pumpe ist nicht ständig der Witterung ausgesetzt.
  • Im Bedarfsfall wird die Pumpe dann mit einem Handgriff von der Schutzhülle befreit. Die Bedienelemente liegen dann frei und die Pumpe leistet etwa 2400 Liter pro Minute bei 8 bar.
  • Die Frontpumpe wird mittels weniger Hebel (zum Einkuppeln und Auskuppeln bzw. Gas geben) bedient. Die Wasserabgabe erfolgt über Niederschraubventile. Eine Kurzbedienungsanleitung findet sich daneben.
  • Was über der Pumpe zuerst wie eine Kennzeichenbeleuchtung anmutet, entpuppt sich so bei genauerem Hinsehen als Beleuchtung des Pumpenbedienstandes.
  • Das LF 16-TS voll beleuchtet: Als Sondersignalanlage verfügt es allerdings nur über Elektro-Martinshorn und zwei Drehspiegelkennleuchten vorn. Der Schlagkraft des Fahrzeugs tut das keinen Abbruch.