Atemschutzgeräte

AtemschutzgerätBei jeder Verbrennung oder chemischen Reaktion werden in einem gewissen Rahmen Atemgifte frei. Diese Atemgifte wirken erstickend, besitzen eine reizende oder gar ätzende Wirkung oder wirken schädlich auf Blut, Nerven und Zellen ein. Teilweise wirken diese Stoffe, die über die Atemwege in den Körper eindringen, sogar in verschiedenen Weisen zugleich schädigend auf den Körper.

 

Ein gutes Beispiel für ein Atemgift ist hierbei Kohlenmonoxid (CO), da es bei allen Verbrennungen auftritt, bei denen ein Stoff nicht vollständig verbrennt. Kohlenmonoxid ist farb-, geruch- und geschmacklos, etwa genau so schwer wie Luft und bereits in geringen Mengen giftig. Zudem besitzt Kohlenmonoxid ein etwa 300 mal stärkeres Bindungsbestreben an die roten Blutkörperchen als Sauerstoff, wodurch Aufnahme und Transport von Sauerstoff im Körper blockiert werden, was zu Sauerstoffmangel und letztlich zur inneren Erstickung führen kann. Ein Einsatz der Feuerwehr ist somit ohne Atemschutzgerät nicht gefahrlos möglich und unter Umständen sogar lebensgefährlich.

 

Aus diesem Grunde verfügt die Feuerwehr Delmenhorst über verschiedene Atemschutzgeräte. Hauptsächlich finden Behältergeräte, sogenannte Pressluftatmer, Verwendung. Bei diesen Geräten ist Atemluft unter Druck in Stahl- oder Kunststoffflaschen abgefüllt und wird dem Atemschutzgeräteträger dosiert zugeführt. Ein Pressluftatmer verfügt je nach Typ in etwa über 1600 Liter Atemluft. Je nach Schwierigkeit einer Arbeit und entsprechendem Luftverbrauch kann damit bis zu 40 Minuten, unabhängig von der Umgebungsluft, gearbeitet werden. Aus Sicherheitsgründen wird die Zeit im Einsatz allerdings in der Regel auf 30 Minuten beschränkt.

 

Neben Behältergeräten finden auch Filtergeräte Verwendung. Bei Filtergeräten, die hauptsächlich aus einer Atemschutzmaske und einem Schraubfilter bestehen, werden die Schadstoffe durch mikroskopisch kleine Fasern verschiedener Stoffe heraus gefiltert. Allerdings ist der Einsatz von verschiedenen Faktoren abhängig. So darf beispielsweise kein Kohlenmonoxid vorhanden sein, der Sauerstoffgehalt der Umluft muß mindestens 17% (normal sind etwa 21%) betragen, Atemgifte dürfen nur in geringer Konzentration vorhanden sein und es darf keine starke Staub- oder Flockenbildung geben. Ein Einsatz in geschlossenen Räumen ist nicht zulässig.

 

Letztlich verfügt die Delmenhorster Feuerwehr auch noch über Brandfluchthauben, die aber als Rettungsgeräte anzusehen sind. Sie schützen Personen, die durch verrauchte Bereiche hindurch gerettet werden müssen, für etwa 15 Minuten vor Atemgiften - einschließlich Kohlenmonoxid - und sind sogar Stichflammenfest. Die in den kleinen roten Koffern mitgeführten Hauben sind daher für den Einmalgebrauch vorgesehen und, wie Atemfilter auch, nach einmaliger Benutzung auszusondern.

 

  • Das Standardatemschutzgerät bei der Feuerwehr Delmenhorst: Ein Pressluftatmer (PA) mit Atemanschluss (Maske)
  • An den meisten Geräten bereits vorhanden: Der Totmannwarner springt an, sobald sich der Atemschutzgeräteträger nicht mehr bewegt.
  • In den Löschfahrzeugen kann sich ein Trupp bereits mit Atemschutz ausrüsten, da zwei PA in den Rückenlehnen der Sitze verlastet sind.
  • Ausgerüsteter Atemschutzgeräteträger: Funk und Beleuchtungsgerät gehören zur Standard-Ausrüstung.

  • Ausgerüsteter PA-Träger mit Pressluftatmer, Feuerwehrleine, Rettungstuch in Tragetasche, Feuerwehraxt und Schlauchpaket mit Strahlrohr.
  • Brandfluchthauben dienen der Rettung vom Brandrauch eingeschlossener Personen. Sie werden bei der FF Stadt in Koffern mitgeführt.
  • Bei Einsätzen im Freien können zum Teil auch Masken mit Schraubfiltern getragen werden, um gegen Atemgifte zu schützen.
  • Pflichtprogramm: Bei jedem Einsatz ist eine entsprechende Atemschutzüberwachung zu führen. Hierzu sind Überwachungstafeln vorhanden, Funk gehört dazu.