Hydraulisches Rettungsgerät

Hydraulisches RettungsgerätAuf dem Rüstwagen führt die Freiwilligen Feuerwehr Delmenhorst-Stadt einen Satz hydraulischer Rettungsgeräte mit. Mit diesen Geräten besteht beispielsweise die Möglichkeit eingeklemmte Personen aus den Wracks verunfallter Fahrzeuge zu befreien. Der Rettungssatz besteht aus einem hydraulischen Spreizer, Rettungszylindern und einem Schneidgerät, welches im Volksmund auch gern als „Schere“ bezeichnet wird.

 

Mit dem hydraulischen Spreizer lassen sich an Unfallfahrzeugen zum Beispiel Türen öffnen, welche sich mit Körperkraft durch die Deformation der Karosserie nicht mehr Öffnen ließen. Auch können Karosserieteile eingeklemmt und herum gebogen werden. Um einem Unfallfahrzeug möglichst schnell die Luft aus den Reifen entweichen zu lassen und somit einen sicheren Stand zu gewährleisten, lassen sich mittels Spreizer sogar die Ventile herausziehen. Die Einsatzmöglichkeiten gehen aber noch viel weiter. So lassen sich auch Gitterstäbe von Treppengeländern und Gartenzäunen vorsichtig auseinander biegen, wenn Kleinkinder oder Tiere in akrobatischen Meisterleistungen ihre Köpfe eingeklemmt haben und sich nicht mehr selbst befreien können oder es lassen sich gar Rohre zusammenpressen, um den Austritt eines Mediums zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen. Mit einer Spreizkraft von rund 45 kN (1 Kilo-Newton entspricht 100 kg) lässt sich der Spreizer zudem auch problemlos einsetzen, um Lasten bis zu etwa 4,5 Tonnen anzuheben.

 

Das Schneidgerät wird meist dazu verwendet, nach Verkehrsunfällen die A-, B- und C-Säulen eines Autos zu durchtrennen und das Dach zu entfernen, um eingeklemmte oder schwer verletzte Personen möglichst schonend retten zu können. Auch hier sind natürlich auch andere Einsatzmöglichkeiten denkbar. An seine Grenzen stößt das Schneidgerät bei gehärteten Stahlteilen, wie der Lenksäule eines Kraftfahrzeuges. Um eine hier eingeklemmte Person befreien zu können, müßte man diese beispielsweise durch den Einsatz eines Spreizers und gegebenenfalls einiger Anbauteile für den selbigen wegdrücken oder -ziehen.

 

Mittels Rettungszylindern kann unter anderem die Front eines zusammengepreßten Wagens auseinander gedrückt werden, ohne dass die Gefahr besteht, das Teile zurückfedern und eingeklemmte Personen verletzen können. Die Zylinder lassen sich darüber hinaus aber zum Beispiel auch bei Tiefbauunfällen einsetzen, um Verschalungen zu fixieren oder um Lasten weiter anzuheben oder abzustützen.

 

  • Der Rettungssatz: Hydraulikaggregat, Schneidgerät und Spreizer.
  • Der Kern des Rettungssatzes ist das Hydraulikaggregat samt Schnellangriffsleitungen.
  • Das Schneidgerät ist eine Art hydraulische Rettungsschere.

  • Der hydraulische Spreizer
  • Zwei von drei Rettungszylindern: Die Größen lassen den Einsatz in verschieden großen Öffnungen zu.
  • Zubehör: Material zum Stabilisieren von Unfallfahrzeugen, Glasmanagement und Airbag-Sicherungen.