Hebekissen

Einige Hochdruck-Hebekissen samt Steuerorgan bei der FF Delmenhorst-Stadt.Allgemein werden Hebekissen in zwei Arten unterschieden. Die einen nennen sich Hochdruck-Hebekissen bzw. Druckkissen, die anderen Niederdruck-Hebekissen oder Luftheber. Den Unterschied sieht man: Hochdruck-Hebekissen sind flach und haben eine feste und wabenartige Oberfläche, während Niederdruck-Hebekissen eine weichere Hülle besitzen. Gesteuert werden beide Typen mit modernen Steuerarmaturen (Bild rechts), deren Bedienhebel beim Loslassen automatisch in Ausgangsstellung gehen. Auch ein Überfüllen und somit Bersten der Hebekissen ist dank moderner Steuertechnik heute praktisch unmöglich. Nur spitzen Gegenständen und Punktbelastung muss ggf. der Feuerwehrmann Abhilfe schaffen.

 

Hochdruck-Hebekissen (Druckkissen)

Druckkissen sind generell sehr flache Hebekissen. Sie werden mit Druckluft bei einem Betriebsdruck von etwa 8 bar eingesetzt und entwickeln ungeheure Hubkräfte. Schon deshalb ist bei ihnen das Gewebe, aus dem sie hergestellt werden, fester und wabenartig verstärkt. Hochdruck-Hebekissen heben Lasten nicht sonderlich hoch an, sind allerdings stapelbar und hoch-reißfest an sich. Im Normalfall dürfen zwei Kissen übereinanderliegen, wobei - bei unterschiedlichen Größen - das kleinere Kissen mittig oben liegen muss. Je nach Größe können Hochdruck-Hebekissen dutzende Tonnen heben. Die größten Hochdruck-Hebekissen der FF Stadt (Typ Vetter V68, vom RW 2) heben pro Kissen etwa 67,7 Tonnen bei einer Hubhöhe von maximal 57 Zentimetern. Die kleinsten Kissen (Typ V1, ebenfalls Rüstwagen) heben immerhin 1 Tonne und verfügen über eine Hubhöhe von 7,5 Zentimetern. Ein Hochdruck-Hebekissen ist übrigens öl- und ozonbeständig, rutsch- und abriebfest. Es ist teilweise gegen Chemikalien beständig und verträgt Temperaturen von -40°C bis zu 95°C. Kurzfristig sind sogar 115°C möglich.

  • Mini-Hebekissen in verschiedenen Größen samt Zubehör
  • 68t-Hebekissen des RW 2 samt Zubehör
  • Die Tragkraft (grüner Pfeil) und der Betriebsdruck (roter Pfeil) sind auf jedem Typenschild abgedruckt.
  • Das Steuerorgan für Druckkissen (Hochdruck-Hebekissen) ist gelb, der Betriebsdruck vorn aufgedruckt.
  • Das Manometer zeigt, für jedes der beiden Kissen einzeln, den Fülldruck an.
  • Auch bei Dunkelheit lässt sich das Manometer, dank nachleuchtenden Anzeigen, ablesen.

 

Niederdruck-Hebekissen (Luftheber)

Im Gegensatz zu Hochdruck-Hebekissen arbeiten die Niederdruck-Hebekissen mit einem Betriebsdruck von 0,5 bis 1 bar. Aufgrund des geringeren Drucks muss die Hülle der Kissen daher auch vergleichsweise nicht viel aushalten. Die Hubkräfte fallen entsprechend geringer aus, die Hubhöhe allerdings ist oftmals höher. So erreicht der so genannte Rettungssatz Luftheber (Typ LH 30-S, Hubkraft 10 Tonnen und je einmal auf dem Rüstwagen und dem LF 2) eine Hubhöhe von 62 Zentimetern je Kissen. Diese dürfen allerdings nicht weiter gestapelt werden, um angehobene Lasten in keine instabile Lage zu bringen.

  • Rettungssatz mit zwei Lufthebern zu je 10 Tonnen Hubkraft.
  • Verschiedenfarbige Schläuche an einem alten Steuerorgan.
  • Das neue Steuerorgan: Analog zum Hochdruck-Kissensatz, nur weiß und mit Betriebsdruck 1 bar.