Strahlrohre

Was wäre die Feuerwehr ohne Strahlrohre? Sowohl zum Löschen von Bränden als auch zum Kühlen von Druckbehältern, berieseln gefährdeter Gebäudeteile oder gar zum Einreißen von freistehenden Giebelwänden mittels Wasserdruck können die verschiedenen Strahlrohrtypen benutzt werden. Hier ein kleiner Überblick über die verwendete Strahlrohrtechnik bei der FF Delmenhorst-Stadt:

 

Hohlstrahlrohre

 
Hohlstrahlrohre: Mit Griff und -speziell für den Innenangriff- auch ohne.

Hohlstrahlrohre sind mittlerweile Standard bei der FF Stadt. Sie haben die meisten Mehrzweckstrahlrohre abgelöst, da sie bei der Brandbekämpfung effektiver einsetzbar sind.

 

Die Durchflussmenge lässt sich bei den vorhandenen C-Hohlstrahlrohren zwischen 60, 130 und 235 Litern pro Minute umstellen, wobei 130 Liter pro Minute die Standardeinstellung sind. Auch die Strahlform ist verstellbar von Wassernebel über einen Sprühstrahl (Standard) bis hin zum geschlossenen Vollstrahl. Außerdem ist eine Reinigungsstellung vorhanden und das Abstellen des Wasserdurchflusses ist mit dem Griffbügel problemlos möglich.

 

Hohlstrahlrohre besitzen eine Flash-Over-Stellung (mit Handschuhen unter Nullsicht tastbar), um die Einsatzkräfte vor solchen Rauchgasdurchzündungen zu schützen.

  

Mehrzweckstrahlrohre

 
Mehrzweckstrahlrohre verschiedener Größen (B-, C- und D-Mehrzweckstrahlrohr, von oben).

Mehrzweckstrahlrohre sind der Vorläufer der heutigen Hohlstrahlrohre. Sie lassen ein Umschalten zwischen Vollstrahl, Sprühstrahl und "Wasser halt" zu.

 

Bei Mehrzweckstrahlrohren ist die Tröpfchengröße beim Sprühstrahl allerdings nicht dazu geeignet, eine bevorstehende Rauchgasdurchzündung zu verhindern oder die Einsatzkräfte bei dieser effektiv zu schützen. Aus dem Innenangriff sind C-Mehrzweckstrahlrohre bei der FF Stadt daher weitestgehend verschwunden.

 

B-Mehrzweckstrahlrohre, welche mit bis zu 600 l/Min. vorwiegend bei Großbränden oder im Außenangriff Verwendung finden, sind weiterhin im Einsatz. Ebenso werden die kleineren D-Mehrzweckstrahlrohre (maximal 50 l/Min.) weiterhin eingesetzt.

  

Löschlanze

 
Die Löschlanze mit C-Kupplung der FF Delmenhorst-Stadt.

Neben den Hohl- und Mehrzweckstrahlrohren findet bei der FF Stadt auch eine Löschlanze Verwendung. Sie ist z.B. besonders dazu geeignet, bei Bränden im Moor, bei brennendem Stroh oder Laubhaufen Löschwasser dorthin zu transportieren, wohin es mit normalen Strahlrohren nicht gelangen würde: Ins Innere des Brandgutes.

 

Die Lanze, die mit einer C-Kupplung versehen ist, wird im Einsatz ins Brandgut geschoben oder gerammt. Das Löschwasser tritt entlang des Lanzenkörpers durch diverse Öffnungen aus und gelangt so direkt an den Brandherd.

 

Auch tiefergelegene Schichten sind erreichbar, da auch nach vorn eine Öffnung vorhanden ist, mit der sich die Löschlanze bei Bedarf weiter ins Erdreich spülen lässt. Die Löschlanze liegt auf dem Tanklöschfahrzeug der FF Delmenhorst-Stadt.

  

Schaumstrahlrohre

 
Verschiedene Schaumstrahlrohre bzw. Schaumrohre der FF Delmenhorst-Stadt samt Zubehör.

Als besondere Form des Sonder-Strahlrohres sind verschiedene Schaumstrahlrohre (auch "Schaumrohre") vorhanden. Sie werden, ebenso wie die oben genannten Rohre, an die Schlauchleitung angekuppelt.

 

Bei Schaumrohren ist vorher ein so genannter Zumischer in die Schlauchleitung einzukuppeln, über den (mittels Injektor-Prinzip) Schaummittel dem Wasser beigefügt wird. Das Löschwasser-Schaummittel-Gemisch wird dann über das entsprechende Schaumrohr abgegeben, wobei es mit Luft verwirbelt wird. Dabei entsteht der eigentliche Löschschaum.

 

Je nach Art des benötigten Schaums werden Schwerschaumrohre oder Mittelschaumrohre vorwendet. Inzwischen vermehrt verwendete Kombi-Schaumrohre können zwischen Schwer- oder Mittelschaum-Produktion umgeschaltet werden. Alle verwendeten Schaumrohre bei der FF Stadt verfügen über eine Kupplung für B-Schläuche.