Chemikalienschutzkleidung

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Delmenhorster Feuerwehrleute unter Chemikalienschutzanzügen (CSA)Für Einsätze mit Gefahrgütern hält die Feuerwehr Delmenhorst so genannte Chemikalienschutzanzüge (CSA) vor. Diese Anzüge sind gas- und flüssigkeitsdicht und schützen den Träger vor verschiedensten giftigen, ätzenden oder radioaktiven Stoffen. Gegen welche Stoffe der Anzug wie lange tatsächlich schützt, ist aus Beständigkeitslisten ablesbar. Viele Gefahrgüter können durch Tragen eines Chemikalienschutzanzugs ohne Gefahr für den Träger aufgefangen oder umgeladen werden. Außerdem kann sich der CSA-Träger auch in Bereichen bewegen, in denen eine Gesundheitsgefährdung durch Gase oder über die Haut aufzunehmende Stoffe trotz Atemschutz allein sonst nicht auszuschließen wäre.

 

Geschichte: Die Entwicklung von Chemikalienschutzanzügen ist in den letzten Jahren stark vorangeschritten. So wog ein Chemikalienschutzanzug noch in den 90er Jahren mehrere Kilogramm mehr, als ein CSA heute wiegt. Grund dafür sind neue Spezialfasern und -gewebe sowie neue Verfahren, diese zu verarbeiten. Heute besitzen z.B. alle Chemikalienschutzanzüge der Feuerwehr Delmenhorst große Sichtfenster aus hochfestem Folienmaterial. Früher dagegen wurden schwere Glasscheiben verwendet, die der CSA-Träger beim Blick nach oben immer mit den Händen stützen musste. Auch der Anzug selbst war schwerer und dennoch nicht fester oder beständiger verarbeitet.

 

Einsatz: Chemikalienschutzanzüge werden zusammen mit einem von der Umluft unabhängigen Atemschutzgerät (Pressluftatmer) eingesetzt, welches unter dem Anzug zu tragen ist. Der CSA-Träger schultert zuerst sein Atemschutzgerät und setzt einen Helm auf, bevor er in den Anzug steigt. Ebenso wird ein Funkgerät mit eingesteckt. Dabei wird nach Möglichkeit eine Sprechgarnitur verwendet, da der Träger sonst umständlich unter dem Anzug hantieren und dabei den Arm aus dem Ärmel ziehen muss. Da das Atemschutzgerät die bereits verbrauchte Luft mit geringem Sauerstoffanteil an seine Umgebung abgibt, besitzen die Anzüge Überdruckventile, um diese abzublasen. Die Stiefel werden über angenähte Füßlinge gezogen und durch einen überlappenden Anzugsaum nach oben abgedeckt. Zudem werden Überhandschuhe als zusätzlicher Schnittschutz getragen.

 

Einsatzende: Nach dem Einsatz in gefährlichen Bereichen muss der CSA-Träger den abgesperrten Gefahrenbereich durch eine so genannte Dekon-Strecke verlassen. Dabei wird der Anzug von außen gereinigt (dekontaminiert), bevor er ausgezogen werden darf. Hilfskräfte unterstützen den CSA-Träger dabei, den Anzug abzulegen, ohne mit seiner Außenseite in Kontakt zu kommen. Sie verpacken den Anzug schließlich in geeignete Behälter, da eine Verschmutzung auch nach der Dekontamination an der Einsatzstelle noch immer nicht restlos auszuschließen ist.

 

  • Anziehen des CSA: Der Träger im noch offenen Anzug.
  • Unter dem CSA werden Atemschutz und Funk getragen. Die Stiefel werden eingezogen.
  • Ein Trupp unter CSA. Die Nummern verraten, wer in welchem Anzug steckt.
  • Unter CSA müssen verschiedenste Arbeiten erledigt werden. Hier bei der Ausbildung.